FMA-Konferenz - Enria: Würde Staatshilfen nicht im Wege stehen
Wien (APA) - Andrea Enria, Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), hätte nichts gegen weitere Staatshilfen für in Not geratene e...
Wien (APA) - Andrea Enria, Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), hätte nichts gegen weitere Staatshilfen für in Not geratene europäische Banken. „Wenn Regierungen was tun möchten, würde ich dem nicht im Wege stehen“, sagte Enria bei einem Pressegespräch anlässlich der 7. FMA-Aufsichtskonferenz in Wien.
Im Gegensatz dazu hat sich Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) heute strikt dagegen ausgesprochen, zur Lösung Probleme neue Staatsgelder in den Bankensektor zu pumpen.
Auch OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny wies heute auf der Konferenz darauf hin, dass die Probleme der Banken gerade in Österreich mit ihren Unternehmensbeteiligungen auch ein gesamtwirtschaftliches Problem seien und am Ende irgendwer dafür zahlen müsste. Nicht zuletzt entstünden etwa bei einer Bankenabwicklung auch Kosten bei anderen Banken, Pensionsfonds oder Versicherungen.
Vieles bei den Restrukturierungen oder Abwicklungen könnten die Banken auch ohne Staatshilfen machen, betonte Enria, etwa durch ein „Bail-in“, also der Beteiligung ihrer Gläubiger. Generell sei auch genügend Liquidität vorhanden, es gebe viele Investoren, die auf der Suche nach einem guten Investment seien, wenn sie dafür einen guten Preis bekämen. Ein Problem sei momentan aber, dass der Preisfindungsmechnismus nicht gut arbeite, ein weiteres seien die bürokratischen Hürden. Prinzipiell habe man keine Zeit. „Es muss schneller gehen“, sagte Enria.
Ein Problem für die Regulierungsbehörde sei, dass Europa sehr unterschiedlich sei und es viele rein nationale Lösungen zur Problembewältigung im Bankenbereich gebe. Ziel sei es, das Beste aus diesen Erfahrungen herauszunehmen und so den Prozess vorwärtszutreiben.
~ WEB http://www.fma.gv.at ~ APA321 2016-10-05/14:13
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