Gebietsliga West

Wenn der “Star“ auf der Trainerbank sitzt

Innsbruck-West-Trainer Elvir Karahasanovic hat genug Grund zu klatschen: Sein Team marschiert in der Gebietsliga West vorneweg.
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Früher waren sie als Torjäger gefürchtet, nun sitzen sie selbst auf der Betreuerbank: Elvir Karahasanovic (IBK West) und Bernhard Lampl (IAC).

Von Adrian Stöckl

Innsbruck –„Natürlich juckt es mich noch ab und zu im Fuß“, erzählt SPG-Innsbruck-West-Trainer Elvir Karahasanovic. Aber so richtig brauchen tut ihn seine Mannschaft gar nicht. Aus neun Spielen gingen die Westler achtmal als Sieger hervor, führen souverän die Gebietsliga-West-Tabelle an.

Dabei sitzt der bekannteste Name der Hauptstädter auf der Trainerbank. Der 33-jährige Bosnier wurde am Besele bei der Veldidena groß. Bis zu seinem Karriereende lief der Ehemann und Vater einer Tochter für so ziemlich jeden Innsbrucker Verein (Veldidena, Reichenau, IAC, Union, Lohbach, IBK West) auf. „Wilten war ein No-Go, weil ich bei der Veldidena groß geworden bin“, lacht er. „Und beim SVI war’s einmal kurz davor. Aber die Reichenau und Lohbach/Innsbruck West muss man hervorheben, sie haben mich geprägt.“ Mit der SPG verbindet ihn auch die Freundschaft zu Obmann Heinz Findler. In 15 Jahren Unterhaus schnappte sich der Real-Madrid-Fan ganze fünf Torjägerkronen (mit Cup 210 Spiele, 157 Tore), eine davon sogar in der Westliga. Aber warum reichte es nie zum Profi? „Kurz vor einem Wechsel zu Kärnten riss das Kreuzband.“ Danach sei, so gibt er zu, die Einstellung nicht mehr profitauglich gewesen – dabei schmunzelt der 33-Jährige. Das Unterhaus liegt ihm auf jeden Fall, egal ob als Spieler oder als Trainer.

Bei einem Liga-Kontrahenten ist es ähnlich: IAC-Trainer und Schwaz-Urgestein Bernhard Lampl. Der 31-Jährige musste aufgrund mehrerer Verletzungen (Kreuzband, Knöchel) die Schuhe 2015 an den Nagel hängen. Über 200-mal schnürte er sie im Unterhaus (42 Tore). Und jucken würde es ihn immer noch „extrem, aber danach brauche ich einen Kran“, lacht er.

Der Selbstständige (Sport­agentur) lebt seine Passion aber als Trainer weiter. Und den Job „hätte ich mir leichter vorgestellt“, lacht er. „Weil Veränderungen einfach ihre Zeit brauchen.“ Ab und zu sei es auch hart, „weil ich extrem ehrgeizig bin“. Man müsse einfach den Spagat zwischen Ernst und Spaß finden. Favorit in der Liga sei Innsbruck West. „Sie haben erfahrene Spieler und einen guten Trainer.“ Stichwort: Karahasanovic. Der 1,93 Meter große Coach verschafft sich schon allein durch seine Präsenz Respekt. „Ich habe gleich klargestellt, dass ich nicht mehr Spieler bin, sondern Trainer. Und habe mich darauf konzentriert, aus jedem die Stärken hervorzuholen. Manuel Göbbel hat in der vergangenen Saison fünf Tore gemacht, jetzt in neun Spielen neun Tore. Und er ist auch ein Bomber“, attestiert ihm ein Ex-Bomber.

Außerdem sei es wichtig, mit den Spielern zu reden und ihnen ein Vorbild zu sein. Wenn ein „zaches“ Kraft- oder Lauftraining anstehe, dann sei er auch dabei. „Damit niemand sagen kann: „Trainer, du weißt nicht, wie anstrengend das ist.“

Manu Kuster traf bei seiner Rückkehr nach Sistrans für die SPG ins Schwarze.
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