EU will neuen Anlauf für Afghanistan-Friedensgesprächen

Kabul/Brüssel (APA/Reuters) - Nach der Afghanistan-Geberkonferenz in Brüssel sieht die Europäische Union einen neuen Ansatz für Friedensgesp...

Kabul/Brüssel (APA/Reuters) - Nach der Afghanistan-Geberkonferenz in Brüssel sieht die Europäische Union einen neuen Ansatz für Friedensgespräche der Konfliktparteien in dem zentralasiatischen Land.

Die Teilnehmer der Konferenz seien übereingekommen, „an einer gemeinsamen Basis für politische Unterstützung in der Region für den Friedens- und Versöhnungsprozess in Afghanistan zu arbeiten“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch. Die EU werde versuchen, dies voranzutreiben.

Die mehr als 70 Staaten, die an der Geberkonferenz teilnahmen, sagten der Regierung in Kabul weitere Hilfe zu. Angestrebt werden 13 Milliarden Dollar (11,65 Mrd. Euro) bis 2020. Die westlichen Staaten dringen auf Reformen in Afghanistan. Insbesondere erwartet die EU, dass die Regierung in Kabul Flüchtlinge zurücknimmt.

Unklar bleibt, ob sich die radikalislamischen Taliban überhaupt an Friedensgesprächen beteiligen würden. Sie haben wiederholt erklärt, Verhandlungen könne es nur geben, wenn alle ausländischen Truppen das Land verlassen hätten. Die Islamisten sind zudem militärisch wieder im Aufwind. Am Montag erreichten sie vorübergehend wieder das Zentrum von Kunduz. Auch in anderen Landesteilen haben die Taliban an Boden gewonnen und bedrohen Provinzhauptstädte.

Allgemein hat sich die Sicherheitslage seit dem Ende des NATO-Kampfansatzes 2014 noch einmal deutlich verschlechtert. Bei einem Selbstmordattentat am Mittwoch wurden in der Hauptstadt Kabul vier Menschen verletzt. Richtigen Frieden hat das Land seit fast 40 Jahren nicht mehr erlebt.