Tiroler Noch-SPÖ-Chef Mayr beharrt vor Vorstand auf Personal-Rochade
Innsbruck (APA) - Die Personaldebatten in der Tiroler SPÖ finden am Mittwochabend ihre Fortsetzung im Parteivorstand der Landespartei. Noch-...
Innsbruck (APA) - Die Personaldebatten in der Tiroler SPÖ finden am Mittwochabend ihre Fortsetzung im Parteivorstand der Landespartei. Noch-Parteivorsitzender Ingo Mayr beharrte vor der Sitzung gegenüber Journalisten darauf, dass der umstrittene türkischstämmige Bundesrats-Kandidat Hasan Duran nicht in die Länderkammer einzieht. Im Gegenzug soll der bisherige SPÖ-Bundesrat Hans-Peter Bock dort verbleiben.
„Es gibt keine Alternative“, meinte Mayr. Bleibt Bock im Bundesrat, soll laut Mayr der auf der Wahlliste nächstgereihte Bürgermeister von Kaltenbach und Ex-LAbg. Klaus Gasteiger in das Landesparlament nachrücken. Ein innerparteilich nicht ganz leichtes Unterfangen - ist doch Gasteiger in gewissen Parteikreisen alles andere als gern gesehen. Der Vorsitzende ließ durchblicken, dass Bock dazu bereit sei, doch in der Länderkammer zu bleiben.
Der Noch-Parteichef hatte im Vorfeld eine Entscheidung über die Personalia im Landesparteivorstand angekündigt. Mit der von ihm angedachten Lösung soll Duran auch ein Dasein als möglicher „wilder Abgeordneter“ im Bundesrat verwehrt werden. Dieser hatte erklärt, das Mandat auf jeden Fall annehmen zu wollen - sollte es frei werden.
Der Schwazer war zuletzt unter anderem in die Kritik geraten, weil er Mitorganisator einer Demonstration gegen einen Gedenkstein zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern in Innsbruck war. Die Parteispitze hatte eine klare Distanzierung verlangt. Diese sei bis heute ausgeblieben, so Mayr. Gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ meinte Duran etwa, dass es nicht in Ordnung sei, von einem Genozid zu sprechen, da „schließlich dafür niemand verurteilt“ worden sei.
Der Landesparteivorstand steht zudem auch ganz im Zeichen des baldigen Parteichef-Wechsels in der Tiroler SPÖ. Innerparteiliche Zerreißproben und Auseinandersetzungen hatten zu Mayrs Rückzug von der Parteispitze geführt, der am Parteitag am 22. Oktober vollzogen wird. Dort bewirbt sich die Lienzer Bürgermeisterin und LAbg. Elisabeth Blanik um den Vorsitz. Einen formellen Beschluss des Parteivorstandes für Blanik als Kandidatin werde es aller Voraussicht nach nicht geben, er erwarte sich jedoch eine „Willenserklärung“, so Mayr.
Bis dato gibt es keine weiteren Bewerber um den Parteivorsitz. Die Frist für mögliche Bewerbungen läuft noch bis zum 8. Oktober. Zuletzt hatte auch die ob der Turbulenzen schwer verärgerte Innsbrucker SPÖ ihre grundsätzliche Unterstützung für die Lienzer Bürgermeisterin bekundet. Stadtparteichef Helmut Buchacher forderte jedoch von ihr eine klare Darlegung der künftig geplanten inhaltlichen und personellen Aufstellung.
~ WEB http://www.spoe.at ~ APA513 2016-10-05/18:38
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