Regionalbahn nach Rum rückt näher
Bis Ende 2020 soll der Ausbau bis zum Rumer Bahnhof umgesetzt werden – samt Fußgänger-Unterführung unter der Haller Straße. Nächste Woche starten die Arbeiten an der neuen Grenobler Brücke über den Inn.
Rum –„Künftig wird man viel schneller, leiser und direkter von Rum nach Innsbruck und zurück kommen. Das wird den Großraum Innsbruck weiter aufwerten“, zeigte sich LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) am Mittwoch bei einem Infoabend in Neu-Rum von den Vorzügen des Megaprojekts Tram/Regionalbahn überzeugt. Gemeinsam mit GF Martin Baltes (Innsbrucker Verkehrsbetriebe, IVB) und Projektleiter Harald Muhrer präsentierte sie Details zum Streckenverlauf Richtung Rum.
Realisiert werden zwei neue Linien: Die städtische Straßenbahnlinie 2 verbindet in Innsbruck künftig im 7,5-Minuten-Takt den Bereich Technik/West mit dem Olympischen Dorf – und ersetzt damit die Buslinie O. Die Regionalbahnlinie 5 wird, großteils auf derselben Trasse, viertelstündlich zwischen den Bahnhöfen Völs und Rum verkehren. Ziel ist es laut Muhrer, das O-Dorf bis Ende 2018 und Rum bis Ende 2020 zu erreichen.
Mit 36.000 Fahrgästen täglich zähle der „O“ zu den meistgenutzten Linien in ganz Österreich, die Busse seien häufig überfüllt, so Muhrer. „Zum Teil müssen wir an den Haltestellen Passagiere stehen lassen.“ Mit der Tram/Regionalbahn werde die Kapazität deutlich erweitert: Während ein Gelenkbus Platz für maximal 110 Passagiere bietet, finden in der Straßenbahn 160, in Doppelgarnituren sogar 320 Fahrgäste Platz.
Zusammen werden 2er und 5er laut Muhrer einen „schlampigen 5-Minuten-Takt“ herstellen. In Innsbruck teilt sich die Linienführung bei der Klinikkreuzung: Die Linie 5 wird über Anichstraße und Hauptbahnhof geführt, während die 2er über Innrain und Museumstraße fährt. Beim Sillpark kommen beide wieder zusammen, ihre Strecke führt weiter über Pradl und die Reichenauer Straße.
Dann wird die Tram über eine neue Innbrücke geführt, die direkt östlich an die bestehende Grenobler Brücke anschließt. Die Arbeiten an der zweistufigen Brücke – oben verkehrt die Tram, unten Fußgänger und Radfahrer – starten nächste Woche.
Auf der anderen Innseite führt die neue Trasse durch die Schützenstraße, bevor sich die Linienführung bei der Polizei Neu-Arzl neuerlich gabelt: Die 2er biegt in die Josef-Kerschbaumer-Straße ab und erreicht ihre Endstation in der Kajetan-Sweth-Straße, im Zentrum des O-Dorfs. Die Regionalbahn fährt weiter nach Neu-Rum – mit zwei Haltestellen in der Serlesstraße – und gelangt über die Haller Straße zur Endstation beim ÖBB-Bahnhof Rum.
Ursprünglich wäre der Endhalt beim Metro-Parkplatz angedacht gewesen, nun wird er nördlich der B171 errichtet, das Land wollte den direkten Anschluss zur S-Bahn. Die Landesstraße muss daher um einige Meter nach Süden abgerückt werden. Neu errichtet wird auch eine Unterführung samt drei Lifttürmen, die vom Metro-Parkplatz unter der Haller Straße hindurchführt – als Verbindung zum Regional- und zum ÖBB-Bahnsteig.
Aus der Bevölkerung kamen teils kritische Anmerkungen zur Trassenführung: So werde etwa der Süden von Neu-Rum mit seinen großen Geschäften nicht angebunden. Andere Anrainer treibt die Angst vor einem Verkehrschaos während der Bauphase um, zumal vor dem Gleisbau auch noch Kanal-, Wasser- und Stromleitungen erneuert werden müssen.
Wichtig ist vielen Bürgern auch eine gute Anbindung des Rumer Oberdorfs an die neue Regionalbahn, etwa durch eine Adaption der bestehenden „Rumer Linie“. Der Wunsch, die neue Unterführung radfahrtauglich zu gestalten, scheint aufgrund der örtlichen Gegebenheiten schwer umsetzbar, Baltes und Felipe sagten aber zu, diese und andere Anregungen noch einmal zu prüfen. (md)
Ein Megaprojekt
METRO-Parkplatz
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