Bezirk Kitzbühel

Parkplatz am Bahnhof verkommt zum Schandfleck

© Angerer Harald

In Westdendorf hat man keine Freude mit dem Bahnhofsparkplatz. Die Pläne für die Sanierung liegen aber seit einigen Jahren auf Eis.

Von Harald Angerer

Westendorf –Der Bahnhof ist saniert, die Bahnsteige sind neu, doch am Parkplatz sieht es dann ganz anders aus. Die Situation an ihrem Bahnhof ist den Westendorfern ein Dorn im Auge. Der Schotterparkplatz ist mit riesigen Löchern übersät. Eigentlich hätten der Parkplatz und der Vorplatz im Zuge der Sanierung des Bahnhofes zu einem Park & Ride-Platz umgebaut werden sollen, doch Gemeinde und ÖBB sind sich bei den Vertragsmodalitäten nicht einig geworden.

Dann herrschte Funkstille, erst seit der neuen Gemeinderatsperiode gibt es wieder erste Gespräche, doch die Vorstellung der ÖBB und der Gemeinde Westendorf liegen weit auseinander. Die Projektkosten laut vorgelegten Plänen würden sich auf 600.000 Euro belaufen, das ist der Gemeinde Wes­tendorf zu hoch, da sie sich beteiligen müsste. Üblicherweise liegt die Beteiligung der Kommunen bei 25 Prozent der Gesamtkosten. „Hier gibt es einen österreichweiten Schlüssel, den wir überall gleich anwenden“, schildert Rene Zumtobel, ÖBB-Unternehmenssprecher, auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

„So wie es jetzt ist, kann der Parkplatz aber nicht bleiben“, sagt Bürgermeisterin Annemarie Plieseis. Die Wintersaison steht vor der Tür und die Löcher auf dem Parkplatz sind weder für die einheimischen Bahnreisenden noch für die Gäste zumutbar. „Wir haben uns nun darauf geeinigt, dass die ÖBB nun erst die Löcher stopfen und an einem neuen Angebot für den Parkplatz arbeiten“, so die Bürgermeisterin. Ein nächstes Treffen mit der Gemeinde soll es laut ÖBB bereits Anfang November geben.

„Westendorf ist der letzte Ort im Brixental, wo wir die Infrastruktur noch nicht vollständig erneuert haben. Uns ist es aber sehr wichtig, dass wir auch hier zu einer Lösung kommen“, betont Zumtobel. Man werde versuchen, die Wünsche aus Westendorf in einen überarbeiteten Vorschlag einzubauen.

Aber nicht nur der Bahnhofsparkplatz ist von Interesse für die Westendorfer. Auf der südlichen Seite der Gleisanlagen besitzen die ÖBB auch eine etwa 20.000 m2 große Grundstücksfläche, diese hat die Gemeinde schon seit Längerem als mögliches Gewerbegebiet ins Auge gefasst. „Wir hatten zuerst versucht, den Parkplatz und das Grundstück bei den Verhandlungen miteinander zu verknüpfen. Da aber inzwischen ein großer Teil davon in der roten Zone ist, werden wir den Parkplatz wohl gesondert in Angriff nehmen“, sagt Plieseis. Vom Grundstück würden lediglich 4000 m2 nicht in der roten Zone liegen, das sei einfach zu wenig.