Flüchtlinge: Libyen 2 - Perspektive für Nordafrikas Jugend gefordert
Wien (APA) - Italiens Außenstaatssekretär Vincenzo Amendola präsentierte den Teilnehmern der OSZE-Konferenz, die neben Terrorismus und Migra...
Wien (APA) - Italiens Außenstaatssekretär Vincenzo Amendola präsentierte den Teilnehmern der OSZE-Konferenz, die neben Terrorismus und Migration auch die Situation Jugendlicher zum Thema hatte - die aktuellen Flüchtlingszahlen seinen Regierung. „Allein in der vergangenen Woche sind 11.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet worden“, unterstrich Amendola.
Junge Menschen, die ihren Heimatstaaten den Rücken kehren, „fliehen von einer Realität, die ein Verlust für sie ist“, erklärte der Italiener. „Daher müssen die Bedürfnisse der Jugend ganz oben auf unserer Agenda stehen.“
Die Bedeutung der Jugend für die Entwicklung des Bürgerkriegslandes Libyen - wo die von der UNO unterstützte „Regierung der nationalen Einheit“ weiterhin nur Kontrolle über einen Teil des Landes hat - unterstrich auch der UNO-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler. Zwei Drittel der Bevölkerung seien im nordafrikanischen Land unter 35. „Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft, sie sind die Gegenwart“, betonte er. Daher müssten Jugendliche eine wesentlich größere (politische) Rolle beim Neuaufbau des Bürgerkriegslandes bekommen.
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte an, dass Thema Deradikalisierung und Terrorismusbekämpfung werde eine der Prioritäten des österreichischen OSZE-Vorsitzes im kommenden Jahr sein. „Extremisten radikalisieren unsere Jugendliche sogar auf unserem eigenen Staatsgebiet“, so Kurz. Aus den OSZE-Staaten seien mehr als 10.000 als ausländische Kämpfer zum IS nach Syrien oder in den Irak gezogen, aus Österreich 300.
„Wir können nicht zulassen, dass unsere Staatsbürger Verbrechen begehen“, fügte der Außenminister hinzu. Weshalb es vor allem präventive Maßnahmen brauchen. Denn: „Terrorismus hat keine Religion und niemand wird als Terrorist geboren“.
~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA199 2016-10-06/11:34
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