EU-Agrarrat: Österreich bringt Tierschutzstandards zur Sprache
Der Schwerpunkt bei der Tagung des EU-Agrarrats am Montag sind Fischfangquoten für die Ostsee Das Milch-Thema wird im Rahmen des EU-Budgetplans behandelt.
Brüssel – Schwerpunkt der Tagung des EU-Agrarrats Montag nächster Woche in Luxemburg wird der Fischereibereich sein. Vor allem geht es um die Festlegung der Fischfangquoten für die Ostsee. Österreich bringt im Rahmen der Sitzung die Tierschutzstandards zur Sprache, verlautete am Donnerstag in EU-Ratskreisen in Brüssel.
Konkrete Forderungen würden zum Tierschutz aber keine gestellt. Es gehe um allgemeine Informationen auch der einzelnen Staaten und um die Verbindung mit internationalen Finanzinstitutionen. Generell soll bei Kreditvorgaben und Fördermaßnahmen auch die Erfüllung von Tierschutzstandards eingefordert werden.
Im Fischereibereich sollen die Gesamtfangmengen und Quoten für die Staaten bei Hering, Dorsch, Lachs und Sprotte vorgelegt werden. Dies werde sich im Rahmen des Mehrjahresplans für die Ostsee, der 2017 erstmals zur Anwendung kommt, bewegen. Seitens der Wissenschaft werde eine drastische Quotenkürzung vorgeschlagen. Dass es ähnlich wie nach dem Auslaufen der Milchquote eine Regelung geben könnte, wonach für nicht gefangenen Fisch den Fischunternehmen bis zu kleinen Fischern Prämien gezahlt werden, sei nicht angedacht. Dies wäre systemfremd, hieß es in EU-Ratskreisen.
Nach der Abschaffung der Milchquote hatte die EU zuletzt für die Bauern eine Regelung getroffen, wonach es 14 Cent pro Liter für die nichtproduzierte Milch geben soll, wobei die Staaten diese Summe noch aufdoppeln können. Für Österreich hatte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) eine solche Maßnahme angekündigt.
Im Fischereibereich werde aber ein anderer Weg eingeschlagen. So könnten zeitliche Schließungen beim Fang eingeführt werden - beispielsweise, dass wenn Fische vor der Fortpflanzung stehen, keine Fangerlaubnis erteilt wird, und auch, wenn die Fische gerade gelaicht, also Eier gelegt, haben.
Weitere Tagesordnungspunkte des Fischerei- und Agrarrats werden die Entwicklung der Landwirtschaftsmärkte generell und die Veterinäreinschränkungen aufgrund der afrikanischen Schweinepest sein. Auch der Zuckermarkt wird behandelt. (APA)
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