Philippinen: 76 Prozent mit Präsident Duterte sehr zufrieden
Manila (APA) - Drei Viertel der Filipinos zeigen sich mit der Amtsführung von Staatspräsident Rodrigo Duterte „sehr zufrieden“. Das ist laut...
Manila (APA) - Drei Viertel der Filipinos zeigen sich mit der Amtsführung von Staatspräsident Rodrigo Duterte „sehr zufrieden“. Das ist laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SWS die höchste Zustimmungsrate, die seit dem Sturz von Diktator Ferdinand Marcos einem Präsidenten in den ersten 90 Tagen seiner Regierung zuteilwurde, wie Kathpress meldet.
11 Prozent waren demnach unzufrieden; 13 Prozent hatten keine Meinung. Nach Begründungen für die Antworten wurde nicht gefragt. Dutertes erste 90 Tage waren vor allem geprägt durch mehr als 3.500 Tötungen von angeblichen Drogendealern und -konsumenten sowie von wüsten Beschimpfungen Dutertes gegen die internationalen Kritiker seines „Kriegs gegen Drogen“. Zudem machte sein Selbstvergleich mit Adolf Hitler international Schlagzeilen. „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert. (...) Hier gibt es drei Millionen Drogenabhängige. (...) Es macht mich froh, diese abzuschlachten“, sagte Duterte vor einigen Tagen. Inzwischen hat sich Duterte für seinen Vergleich entschuldigt.
Das Meinungsforschungsinstitut hatte die Umfrage Ende September durchgeführt. Kurz zuvor hatte Duterte US-Präsident Barack Obama als „Hurensohn“ bezeichnet.
In einem am Sonntag verlesenen Hirtenbrief zeigte sich der Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas, „traurig“ und „beschämt“ über Dutertes Drogenkrieg und seinen Hang zu Vulgärsprache. „Ich schäme mich für die Dinge, die ich in den internationalen Medien über die Philippinen lese, und noch mehr schäme ich mich für das, was ich von unseren Führungspersönlichkeiten in den Nachrichten höre“, schrieb Villegas.
Duterte setzte unterdessen auch in dieser Woche seine Beschimpfungen der USA und der EU fort. „Herr Obama, Sie gehören in die Hölle. Die EU sollte das Fegefeuer wählen, denn die Hölle ist schon voll“, rief Duterte den Kritikern seines Drogenkriegs zu.
Duterte hatte die Präsidentenwahl im Mai Jahres mit großem Vorsprung gewonnen. Ausschlaggebend für den Wahlsieg war sein Versprechen, den in seinen 20 Jahren als Bürgermeister von Davao blutig geführten „Krieg gegen Drogen und Kriminelle“ landesweit weiterzuführen. In Davao machte Duterte mit Hilfe von Todesschwadronen kurzen Prozess mit Kriminellen und Drogenabhängigen.
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