Bosnien: Umstrittene Lokalwahlen in Srebrenica werden neu ausgezählt
Sarajevo/Srebrenica (APA) - Die umstrittenen Lokalwahlen in der bosnischen Stadt Srebrenica werden nach Tagen der Unsicherheit neu ausgezähl...
Sarajevo/Srebrenica (APA) - Die umstrittenen Lokalwahlen in der bosnischen Stadt Srebrenica werden nach Tagen der Unsicherheit neu ausgezählt. Die gesamtstaatliche Wahlkommission beschloss am Donnerstag in einer Eilsitzung, die Wahlzettel in die Hauptstadt Sarajevo bringen zu lassen. Der Transport soll in Polizeibegleitung am Samstag erfolgen.
Zuvor hatten auf Basis erster Ergebnisse sowohl der bosnisch-serbische Bürgermeisterkandidat Mladen Grujicic wie auch der bisherige Amtsinhaber, Bosniake Camil Durakovic, behauptet, die Wahlen sehr wahrscheinlich gewohnen zu haben.
Die Entscheidung der staatlichen Wahlkommission erfolgte, nachdem die Gemeinde-Wahlkommission von Srebrenica die Resultate aus fünf Wahllokalen doch nicht erneut prüfen wollte. Nach Berichten könnte es dort zu Fehlern gekommen sein.
Laut den jüngsten, von der staatlichen Wahlkommission nach der Auszählung von 24 der 27 Wahllokale veröffentlichten Resultaten steht Grujicic mit 70,46 Prozent der Stimmen in Führung vor Durakovic mit knapp 30 Prozent der Stimmen. Diese Resultate beziehen sich aber noch nicht auf die Briefwahlstimmen. Sie dürften größtenteils von im Ausland lebenden muslimischen Stadtbewohnern stammen und wurden noch nicht ausgezählt.
Die Stadt Srebrenica wurde weltweit zu einem Symbol der Kriegsgräuel, nachdem bosnisch-serbischen Truppen im Juli 1995 rund 8.000 muslimische Stadtbewohner brutal ermordet hatten. Die Familien der Massakeropfer würden einen Wahlsieg von Grujicic als einen schweren Schlag empfinden. Grujicic war von mehreren bosnisch-serbischen Parteien für den Bürgermeisterposten vorgeschlagen worden, im Wahlkampf wurde er allerdings vor allem von serbischen Ultranationalisten, darunter Vojislav Seselj, unterstützt. Sollte sein Wahlsieg sich bestätigen, würde er der erste serbische Bürgermeister Srebrenicas seit 1995 werden.
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