„Auf dem Gipfel der Welt“: Guterres versetzt ganz Portugal in Ekstase

New York (APA/dpa) - Als der Sprecher des portugiesischen Parlaments die Nachricht bekannt gab, schnellten die Abgeordneten unabhängig ihrer...

New York (APA/dpa) - Als der Sprecher des portugiesischen Parlaments die Nachricht bekannt gab, schnellten die Abgeordneten unabhängig ihrer Couleur alle sofort von ihren Sitzen hoch und klatschten begeistert Beifall. Der laute Applaus schien nicht aufhören zu wollen.

Die Nominierung von Antonio Guterres zum Generalsekretär der Vereinten Nationen war am Donnerstag in Lissabon praktisch das einzige Thema in Büros, Cafés und Supermärkten. Die Fernsehsender berichteten mit langen Sondersendungen live aus New York sowie mit Talk-Runden.

Die Ernennung des 67-Jährigen aus dem Lissabonner Vorort Santos-o-Velho ist wie Balsam auf die Wunden des sich nur langsam von der jahrelangen Schulden- und Wirtschaftskrise erholenden Landes. Im Fernsehen machten Moderatoren und Analysten keinen Hehl aus ihrem Stolz und ihrer Freude. „Wir sind in aller Munde“, rief der Kommentator des Nachrichtensenders „TVI24“ mit leuchtenden Augen: „Das zeigt, das wir Portugiesen auch international zu großen Heldentaten fähig sind, das wir unglaublich tolle Sachen schaffen können“, fügte er hinzu.

Der dreifache Weltfußballer Cristiano Ronaldo, spätestens seit dem Tod von Literaturnobelpreisträger José Saramago die einzige „Galionsfigur“ des immer noch von Arbeitslosigkeit, Sozialkürzungen und Massenauswanderung gezeichneten Landes, bekommt sozusagen Gesellschaft. „Ein Portugiese auf dem Gipfel der Welt“, titelte denn auch die renommierte Wochenzeitung „Expresso“ in der Onlineausgabe. Die Regierung, sozialistisch wie Guterres, eröffnete auf ihrer Homepage ein neues Portal nur für den UNO-Boss in spe.

Ganz Portugal jubelte am Donnerstag, besonders groß war die Freude aber vor allem in dem von Rentnern bewohnten 800-Seelen-Dorf Donas. Dort, unweit der Grenze zu Spanien, hatte Klein-Antonio viele Jahre vor seinem Aufstieg zunächst zum Ministerpräsidenten Portugals und dann zum Flüchtlingskommissar der UNO mehrere Sommerferien bei den Großeltern verbracht. „Unser Junge hat das Rennen gewonnen“, zitierte die Zeitung „Diario de Noticias“ die 80-jährige Maria Salete. Schon damals habe „der Toni“ „allen helfen wollen“, erinnerten sich andere Dorfbewohner. In Donas sind sich alle einig: Guterres werde als UNO-Chef versuchen, „allen zu helfen“.

~ WEB http://www.un.org/en/sc/ ~ APA487 2016-10-06/18:11