Bezirk Imst

Dritter Anlauf gegen drohende Postschließung

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit will die Post AG erneut ihre Filiale in Umhausen schließen. BM Wolf wendet sich an die Regulierungsbehörde.

Von Alexander Paschinger

Umhausen –Ende September war es wieder einmal so weit: Nach 2009 und 2013 flatterte zum dritten Mal ein Schreiben der Post AG in die Gemeindestube von Umhausen – „Information über mangelnde Kostendeckung unserer eigenbetriebenen Postfiliale“. Man suche den „aktiven Dialog“ für Alternativen wie „unser erfolgreiches Post Partner Modell“. Anfang dieser Woche gab es tatsächlich ein Gespräch mit Bürgermeister Jakob Wolf. Da wurde ihm mitgeteilt, „dass die Filiale nicht wirtschaftlich sei und dass die Post AG noch keinen Postpartner für Umhausen gefunden habe und auch kein Postpartner in Aussicht sei“.

Wolf konterte noch am selben Tag mit einem Schreiben an die Regulierungsbehörde, „wissend, dass die Gemeinde keine Parteienstellung im Verfahren hat“. Aber er regt an, dass sich die Behörde von der Post AG den Nachweis der Unwirtschaftlichkeit erbringen lassen solle. Wolf erinnert nämlich an die Kürzung der Öffnungszeiten, die von der Post AG selbst 2013 angeordnet wurde. Der Postler arbeite nämlich halbtags in Umhausen und nachmittags in Sölden. Umso unverständlicher sei es, dass die Post AG „trotzdem Personalkosten von 50.000 bzw. 60.000 Euro“ für Umhausen ausweist. Das könne nicht stimmen. Außerdem sei seitens der Regulierungsbehörde zu hinterfragen, ob nicht die Post AG selbst durch die verkürzten Betriebszeiten die schlechteren Wirtschaftlichkeitswerte herbeigeführt habe.

Schließlich führt Wolf ein weiteres Gegenargument ins Feld: Es geht um die Bewohner von Niederthai und Köfels. Diese machen 11,58 Prozent der Bevölkerung von Umhausen aus. Schließt die Filiale, dann wäre für weniger als 90 Prozent der Bevölkerung der Weg zur nächsten Post unter zehn Kilometer lang. Und das sei ungesetzlich.