Friedensnobelpreise an amtierende Staats- und Regierungschefs

Oslo (APA/dpa) - Das Nobelpreiskomitee hat mehrfach Versöhnungsinitiativen in weltpolitischen Konflikten mit dem Friedensnobelpreis geehrt. ...

Oslo (APA/dpa) - Das Nobelpreiskomitee hat mehrfach Versöhnungsinitiativen in weltpolitischen Konflikten mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Unter den Preisträgern waren auch amtierende Staats- und Regierungschefs.

Liberias Präsidentin ELLEN JOHNSON-SIRLEAF teilte sich den Preis 2011 mit den Frauenrechtlerinnen LEYMAH GBOWEE aus Liberia und TAWAKKUL KARMAN aus dem Jemen. Johnson-Sirleaf wurde geehrt, weil sie zur Sicherung des Friedens, zur Förderung von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie zur Stärkung der Rolle von Frauen in Liberia beigetragen hat.

BARACK OBA wurde 2009 ausgezeichnet. Der US-Präsident bekam den Preis für seinen Einsatz zur „Stärkung der internationalen Diplomatie“. Das Nobelpreiskomitee hob vor allem Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen hervor sowie den Geist und den Willen der neuen US-Politik.

Der südkoreanische Präsident KIM DAE-JUNG erhielt den Preis im Jahr 2000 für seine Arbeit zur Stärkung der Demokratie und Menschenrechte in Südkorea und für die Verständigung mit Nordkorea.

Israels Ministerpräsident YITZHAK RABIN, sein Außenminister, der kürzlich verstorbene, spätere Staatspräsident SHIMON PERES und der Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) YASSER ARAFAT wurden 1994 für ihre Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten ausgezeichnet.

Der südafrikanische Präsident FREDERIK DE KLERK und der Führer des ANC, der spätere Präsident NELSON MANDELA, wurden 1993 gemeinsam für ihre Leistungen zur friedlichen Überwindung des Apartheid-Systems geehrt.

MICHAIL GORBATSCHOW wurde 1990 unter anderem für seinen entscheidenden Anteil an den politischen Umwälzungen in der Sowjetunion und der Überwindung des Ost-West-Konfliktes geehrt. Der letzte Staatschef der 1991 aufgelösten UdSSR hatte die Begriffe „Perestroika“ (Umwälzung) und „Glasnost“ (Offenheit) geprägt.

Der Präsident von Costa Rica, OSCAR ARIAS SANCHEZ, erhielt die Auszeichnung 1987 für seine Bemühungen um eine friedliche Lösung der Konflikte in Zentralamerika.

1978 wurden der ägyptischen Staatspräsidenten ANWAR EL SADAT und Israels Ministerpräsident MENAHEM BEGIN ausgezeichnet. Ihr Verdienst war das Friedensabkommen von Camp David zwischen Ägypten und Israel.

EISAKU SATO, japanischer Premierminister, wurde 1974 ausgezeichnet. Er hatte 1970 den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Sato teilte sich den Preis mit SEAN MACBRIDE, einem der Gründer von Amnesty International.

WILLY BRANDT, westdeutscher Bundeskanzler der Jahre 1969-1974, erhielt 1971 den Friedensnobelpreis für seine Ost-Politik. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen.

Der schwedische Ministerpräsident HJALMAR BRANTING erhielt 1921 den Nobelpreis für seine Arbeit im Völkerbund und für seine Unterstützung der norwegischen Unabhängigkeit von Schweden. Er teilte sich den Preis mit dem Generalsekretär der Interparlamentarischen Union, dem Norweger CHRISTIAN LANGE.

WOODROW WILSON wurde 1919 für sein Engagement zur Gründung des Völkerbunds ausgezeichnet. Noch im Krieg hatte der US-Präsident den Frieden vorbereitet - sein 1918 verkündetes 14-Punkte-Programm gilt als eines der Gründungsdokumente einer internationalen Weltordnung.

THEODORE ROOSEVELT war 1906 der erste Staats- oder Regierungschef, der den Friedensnobelpreis verliehen bekam. Das Nobelpreiskomitee lobte vor allem die Verdienste des US-Präsidenten als Vermittler im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 und die friedliche Beilegung eines Streits zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko.