Zehn Jahre nach Politkowskaja-Mord: Zeitung fordert neue Ermittlungen
Moskau (APA/dpa) - Am zehnten Todestag der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja hat die oppositionelle Zeitung „Nowaja Gaseta“ de...
Moskau (APA/dpa) - Am zehnten Todestag der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja hat die oppositionelle Zeitung „Nowaja Gaseta“ der russischen Führung einen mangelnden Aufklärungswillen vorgeworfen. Frühere Kollegen der ermordeten Reporterin forderten die Justiz am Freitag in einem Video auf, endlich nach den Drahtziehern zu suchen.
„Der Auftraggeber des Mordes an meiner Mutter muss gefunden werden“, appellierte Politkowskajas Sohn Ilja in dem etwa dreiminütigen Clip. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte, dass bei den bisherigen Gerichtsprozessen zu dem Fall nie über die Hintermänner gesprochen wurde. „Ein Anschlag auf Journalisten ist immer auch ein Anschlag auf die Wahrheit“, sagte Sergej Nikitin, Russland-Chef von Amnesty International.
Politkowskaja, die als Symbol für engagierten Journalismus gilt, war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden. Sie hatte vor allem aus dem russischen Konfliktgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus über Menschenrechtsverletzungen berichtet. Der Todestag fällt mit dem Geburtstag von Präsident Wladimir Putin zusammen.
Ein Moskauer Gericht hatte mehrere Männer wegen Verwicklungen in die Tat zu langen Haftstrafen verurteilt. Menschenrechtler vermuten aber, dass die Spuren der Bluttat bis in Russlands Machtapparat reichen.
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