Friedensnobelpreis 2016 - Santos widmet Preis den Konfliktopfern

Bogota/Oslo (APA/dpa) - Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat den Friedensnobelpreis den Opfern des seit Jahrzehnten andauernd...

Bogota/Oslo (APA/dpa) - Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat den Friedensnobelpreis den Opfern des seit Jahrzehnten andauernden bewaffneten Konflikts in dem südamerikanischen Land gewidmet. „Ich bedanke mich von vollem Herzen für diese ehrenvolle Auszeichnung“, sagte der Staatschef am Freitag in einer kurzen Radio- und Fernsehansprache.

„Ich nehme sie an - nicht in meinem Namen - sondern im Namen aller Kolumbianer, vor allem im Namen der Millionen Opfer, die dieser Konflikt zurückgelassen hat, unter dem wir seit mehr als 50 Jahren leiden. Kolumbianer, das ist euer Preis.“

Zuvor war bekannt geworden, dass Santos für seine Bemühungen um Frieden in Kolumbien mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden soll. Nach dem Scheitern des Referendums über den Friedensvertrag mit der linken Guerillaorganisation FARC steckt der Aussöhnungsprozess derzeit allerdings fest. Regierung und Rebellen verhandeln das Abkommen nun nach.

In dem bewaffneten Konflikt zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellengruppen und rechten Paramilitärs kamen seit Mitte der 1960er Jahre bis zu 260.000 Menschen ums Leben. Kolumbien ist das Land mit der größten Zahl an Binnenvertriebenen: 6,9 Millionen. Nach Afghanistan ist Kolumbien das Land mit den meisten Landminenopfern.