Chicago soll die „Trump Plaza“ loswerden
Chicago (APA/AFP) - Kommunalpolitikern in Chicago ist die „Trump Plaza“ in der Innenstadt ein Dorn im Auge - eine Initiative im Stadtrat zie...
Chicago (APA/AFP) - Kommunalpolitikern in Chicago ist die „Trump Plaza“ in der Innenstadt ein Dorn im Auge - eine Initiative im Stadtrat zielt deshalb darauf ab, das Straßenschild mit dem Namen abzumontieren. Der republikanische Präsidentschaftskandidat habe in seinem Wahlkampf eine „sehr verzerrte Karikatur“ der Millionenmetropole im Mittleren Westen gezeichnet, begründete Stadtratsmitglied Brendan Reilly jetzt seinen Vorstoß.
Trump hatte in seinem ersten TV-Duell mit der Demokratin Hillary Clinton die hohe Zahl von Verletzten durch Schusswaffen sowie von Morden in Chicago zur Sprache gebracht. Er sagte dazu: „Was ist das? Sind wir ein vom Krieg zerrissenes Land? Was tun wir?“.
In der Tat steht Chicago an der Spitze der Liste der US-Großstädte mit der höchsten Zahl von Gewaltverbrechen. In diesem Jahr wurden dort nach Angaben der Zeitung „Chicago Tribune“ bisher 3324 Menschen durch Schüsse verletzt und 568 Menschen ermordet. Die Stadt ist aber auch wegen ihrer imposanten Wolkenkratzer, hochkarätigen Museen, vitalen Musikszene und weitläufigen Promenaden am Michigan-See ein sehr beliebtes Touristenziel.
Trumps Vergleich mit einer Kriegszone hat viele Kommunalpolitiker deshalb empört. Die Initiative, deshalb das „Trump Plaza“-Schild abzuhängen, wird auch von Bürgermeister Rahm Emanuel unterstützt, einem Demokraten und früheren Stabschef von Präsident Barack Obama.
Die „Trump Plaza“ ist keine wirkliche Adresse, vielmehr hat das an der Wabash Avenue hängende Schild den Charakter einer Plakette zur Würdigung von Verdiensten des Immobilienmilliardärs. Das Schild hängt vor dem Trump Tower, dem zweithöchsten Wolkenkratzer der Stadt.
Stadtrat Reilly kündigte ironisch an, das Schild könne wieder aufgehängt werden, sobald der Immobilienmogul seine Steuererklärungen veröffentlicht habe. Bisher lehnt der Republikaner dies entgegen der für Präsidentschaftskandidaten geltenden Gepflogenheiten ab.
Trumps Wahlkampfteam reagierte erbost. Reilly solle seine Zeit lieber darauf verwenden, sich auf das wirtschaftliche Wachstum seiner Stadt, die Förderung der Bildungschancen und die Sicherheit der Straßen für die Kinder von Chicago zu konzentrieren, sagte Steve Cortes, ein in Chicago basierter Sprecher der Trump-Kampagne, nach Angaben der Zeitung „Sun-Times“.
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