Zwei Kletterer nach 18-stündigem Rettungseinsatz in Tirol geborgen
Die Bergretter von St. Johann konnten zwei unterkühlte Deutsche in Kirchdorf bergen.
Kirchdorf – Selbst die Bergretter gerieten in der Nacht auf Freitag bei einem Einsatz an ihre Grenzen. Zwei Deutsche, 51 und 49 Jahre, hatten Donnerstagabend erst gegen 23 Uhr einen Notruf abgesetzt. Sie saßen auf einem engen Felsvorsprung rund 100 Meter unter dem Gipfel im Wilden Kaiser, Gebiet „Fleischbank Nordgrat“, fest.
Unter der Leitung von Thomas Müllauer stiegen vier Mann der Bergrettung St. Johann zu den Verzweifelten auf. „Es waren extrem schwierige Bedingungen, die letzten zwei Drittel der Strecke war der Fels zudem vereist“, erzählt Müllauer. Zwei Hubschrauber wurden zur Bergung der unterkühlten Kletterer angefordert, doch aufgrund des Nebels war eine Bergung nicht möglich. „Wir hatten Wärmepackungen und Aludecken mit. Es hat geschneit, aber es ist uns gelungen, die Männer so weit aufzuwärmen, dass wir mit ihnen absteigen konnten.“ Bis vier Uhr morgens dauerte der Abstieg durch das hochalpine Gelände. Müllauer sparte nicht mit Kritik an den Bergsteigern, er sprach von einer „total schiefgegangenen Tourenplanung“. Für ihn ist es auch ein Rätsel, dass die Männer erst so spät den Notruf abgesetzt haben. „Sobald ich merke, dass der Fels vereist ist, muss ich umkehren. Das sind ja auch keine wilden Jungen mehr“, wundert sich Müllauer. (pla)