Fußball: ÖFB-Gegner Serbien wartet seit 2010 auf Endrunden-Teilnahme

Belgrad (APA) - Serbiens Fußball-Nationalteam befindet sich mitten in einer ungewohnt langen Durststrecke. Österreichs Sonntag-Gegner verpas...

Belgrad (APA) - Serbiens Fußball-Nationalteam befindet sich mitten in einer ungewohnt langen Durststrecke. Österreichs Sonntag-Gegner verpasste sowohl die Europameisterschaften 2012 und 2016 als auch die WM 2014. Mit einem Heimerfolg über David Alaba und Co. könnte aber ein wichtiger Schritt zur Endrunde 2018 in Russland geschafft werden, schließlich halten die Balkan-Kicker nach zwei Partien bei vier Punkten.

Als eigenständiger Staat qualifizierte sich Serbien nur für ein großes Turnier - bei der WM 2010, zu der man auch dank zweier Quali-Siege über Österreich kam, war allerdings trotz eines Sieges über Deutschland nach der Gruppenphase Endstation. Bei der Endrunde 2006 trat man noch als Serbien-Montenegro an, wobei es ebenfalls nach den Gruppenpartien Abschied nehmen hieß.

Weit erfolgreicher präsentierten sich die Serben als Teil Jugoslawiens. Die Nationalmannschaft des Vielvölkerstaates kam bei Weltmeisterschaften zweimal ins Semifinale (1930, 1962) sowie dreimal ins Viertelfinale (1954, 1958, 1990) und wurde 1960 und 1968 jeweils Vize-Europameister.

Von einem solchen Abschneiden konnten die Serben in der jüngeren Vergangenheit nur träumen. Die Qualifikation für die EM 2016 wurde auf Rang vier beendet, jene für die WM 2014 und die EM 2012 jeweils auf Platz drei. Dennoch ist die Hoffnung groß, bald wieder zu alter Stärke zurückzufinden - vor allem dank des Titelgewinns bei der U20-Weltmeisterschaft im Vorjahr.

Zwar steht im aktuellen Kader in Goalie Predrag Rajkovic nur ein U20-WM-Held, doch für die Kicker des Jahrgangs 1995 kommt ein Platz im A-Team noch etwas zu früh, zumal der Konkurrenz groß ist. Im Aufgebot von Teamchef Slavoljub Muslin sind Spieler von zahlreichen europäischen Top-Clubs zu finden. Zu den Leistungsträgern zählen etwa Aleksandar Kolarov (Manchester City), Branislav Ivanovic (Chelsea) oder Dusan Tadic (Southampton). Serbischer Teamspieler mit dem deutlich höchsten Marktwert ist Nemanja Matic. Der auf 32 Millionen Euro taxierte Chelsea-Legionär fehlt allerdings gegen Österreich wegen einer Sperre.