Merkel: Müssen uns stärker für die Geschicke Afrikas interessieren
Berlin (APA/AFP/dpa) - Vor ihrer Afrika-Reise hat Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Europa erneut aufgefordert, sich stärker ...
Berlin (APA/AFP/dpa) - Vor ihrer Afrika-Reise hat Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Europa erneut aufgefordert, sich stärker dem Schicksal des Nachbarkontinents anzunehmen. „Ich glaube, dass wir uns sehr viel stärker noch für die Geschicke Afrikas interessieren müssen“, sagte Merkel am Samstag in ihrem Video-Podcast. „Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“
Merkel bricht am Sonntag zu einer dreitägigen Reise nach Mali, Niger und Äthiopien auf. Es ist ihr erster Besuch auf dem afrikanischen Kontinent seit dem Jahr 2011. Am Mittwoch und Freitag der kommenden Woche sind dann der Präsident des Tschad, Idriss Deby Itno, und der Staatschef von Nigeria, Mahammadu Buhari, in Berlin zu Gast.
In einem Interview mit der „Zeit“ machte Merkel in dieser Woche bereits deutlich, dass sie in der Flüchtlingskrise den Fokus verstärkt auf Afrika richten will. Afrika werde als Nachbarkontinent von Europa an Bedeutung zunehmen, hob sie nun auch in ihrem Podcast hervor.
Afrika sei „ein junger Kontinent mit einem großen Bevölkerungswachstum“, sagte Merkel. „Die Bevölkerung wird sich in den nächsten 35 Jahren verdoppeln von 1,3 Milliarden Menschen auf 2,6 Milliarden“, fügte sie hinzu. „Es liegt in unserem wohlverstandenen Interesse, eine gute Entwicklung Afrikas zu begleiten, wenngleich die Länder natürlich auch ihren eigenen Beitrag zu guter Regierungsführung leisten müssen.“
Für den Kampf gegen Fluchtursachen müssten in Afrika bessere Bedingungen für private Investitionen geschaffen werden. „Alleine mit staatlichen Unterstützungen wird man die Entwicklung eines ganzen Kontinents nicht voranbringen können“, sagte sie am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.
Neben der klassischen Entwicklungshilfe müssten daher Voraussetzungen für Investitionen von Unternehmen verbessert werden. In der deutschen Präsidentschaft der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G 20) im nächsten Jahr solle Afrika eine wichtige Rolle spielen.
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