CETA - Wie Abkommen heimischer Firma konkret nützen würde
Wien (APA) - Das heimische Unternehmen Hella Fahrzeugteile Austria GmbH exportiert bereits nach Kanada. Das Volumen macht in etwa 10 Prozent...
Wien (APA) - Das heimische Unternehmen Hella Fahrzeugteile Austria GmbH exportiert bereits nach Kanada. Das Volumen macht in etwa 10 Prozent der internationalen Umsätze des Mittelständlers aus, der insgesamt einen Exportanteil von 96 Prozent hat. Die Umsetzung des Handelsabkommens CETA käme der Firma gelegen.
„Es würde für uns in der Geschäftsabwicklung weniger Aufwand und für den Kunden weniger Zoll bedeuten“, sagt der Geschäftsführer der Hella Fahrzeugteile, Manfred Gerger, im APA-Gespräch. „Und das würde sich natürlich in der Preisgestaltung widerspiegeln und damit in der Deckung“, so der Manager, der auch Präsident der burgenländischen Landesgruppe der Industriellenvereinigung (IV) ist. Man könnte 5 bis 6 Prozent des Umsatzes in Kanada an Kosten einsparen.
Kosten hat Hella beispielsweise „wegen unterschiedlicher Standards produkttechnischer Natur“. So blinken die kanadischen Blinker rot wie in den USA und nicht gelb wie in Europa. Käme CETA, könnte Hella gelbe Blinker nach Kanada schicken und hätte weniger Aufwand mit der Typisierung und Prüfung im nordamerikanischen Land.
Eine andere Möglichkeit, zu der man aus Kanada teils sogar gedrängt werde, wäre es, so Gerger, aus Mexiko nach Kanada zu exportieren. Für die Hella Gruppe wäre das kein Problem, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung. So vorzugehen wäre überhaupt für alle „Großen“ möglich, daher helfe ein Handelsabkommen wie CETA den Kleineren.
„Wir wollen das Geschäft über Österreich abwicklen, auch wenn die Gruppe Niederlassungen in Mexiko hat. Es geht darum, in Österreich Arbeitsplätze zu halten und zu schaffen - durch weniger Kosten und Aufwendungen. Das kann man in Forschung & Entwicklung reinvestieren und so gemeinsam mit den Kunden mehr Potenzial heben“, hofft der Manager.
Gerger geht davon aus, das CETA - vielleicht mit einer kleinen Verzögerung - kommen wird. Bei TTIP, dem geplanten Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, solle man den US-Wahlkampf einmal abwarten und unter der neuen US-Administration bei den bisherigen Gesprächen anknüpfen.
Die Hella Fahrzeugteile Austria GmbH erzielte 2014/15 mit mehr als 400 Beschäftigten laut FirmenCompass einen Umsatz von 86,27 Mio. Euro.
~ ISIN DE000A13SX22 WEB http://www.hella.com ~ APA054 2016-10-09/09:09
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