Merkel zu dreitägiger Afrika-Reise aufgebrochen
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Sonntag zu einer dreitägigen Afrika-Reise aufgebrochen. Die Kanzlerin r...
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Sonntag zu einer dreitägigen Afrika-Reise aufgebrochen. Die Kanzlerin reist bis Dienstag nach Mali, Niger und Äthiopien. Sie beginnt ihren ersten längeren Besuch in Afrika seit dem Jahr 2011 am Sonntag im krisengeschüttelten Mali.
Merkel will den Fokus in der Flüchtlingspolitik verstärkt auf den Nachbarkontinent legen. „Ich glaube, dass wir uns sehr viel stärker noch für die Geschicke Afrikas interessieren müssen“, sagte Merkel am Samstag in ihrem Video-Podcast. „Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“
In Malis Hauptstadt Bamako kommt Merkel mit Staatschef Ibrahim Boubacar Keïta zusammen. Bei den Gesprächen soll es um die Stabilität und Sicherheit in Mali gehen. Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt, mehrere islamistische Gruppierungen brachten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Ein 2015 geschlossener Friedensvertrag ist brüchig.
Die Kanzlerin trifft zudem malische Religionsführer und Bundeswehrsoldaten, die an dem UNO-Einsatz Minusma zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes und der EU-Mission EU beteiligt sind. Dabei will sich die Kanzlerin über die Einsatzbedingungen und die Sicherheitslage informieren. Bei beiden Missionen sind auch österreichische Soldaten im Einsatz. Am Montag fliegt Merkel nach Niger, das Transitland für jährlich Zehntausende Flüchtlinge ist. Zum Abschluss wird sie am Dienstag in Äthiopien erwartet, wo die Afrikanische Union (AU) ihren Sitz hat.
Um die Zahl der Flüchtlinge in Europa zu verringern, will Merkel stärker die Fluchtursachen in Afrika bekämpfen. Zudem strebt sie nach dem Vorbild des Flüchtlingspakts mit der Türkei eine Zusammenarbeit mit den Transitländern im Norden Afrikas wie Ägypten an.
Das sieht die EU-Kommission aber offenbar kritisch. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn intervenierte dem „Spiegel“ zufolge deswegen bei Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU). Das im März geschlossene EU-Türkei-Abkommen sieht vor, dass die Türkei im Gegenzug für EU-Hilfen in Milliardenhöhe zur Versorgung der drei Millionen Flüchtlinge im Land alle Migranten zurücknimmt, die von der türkischen Küste auf die griechischen Ägäis-Inseln übersetzen. Zudem sollen die Schlepper bekämpft werden. Merkel hatte sich massiv für das Abkommen eingesetzt.
Derzeit machen Schutzsuchende aus Afrika aber nur einen kleinen Teil der Flüchtlinge in Deutschland aus. Im Vorjahr beantragten 43.300 Menschen aus afrikanischen Staaten Asyl, was etwa neun Prozent aller Anträge entsprach. Hauptherkunftsländer waren laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Eritrea (10 990), Somalia (5392), Nigeria (5302), Gambia (3110), Algerien (2240) und Äthiopien (2168).
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