Hurrikan „Matthew“ - US-Versicherer rechnen mit Milliardenschäden

Jacksonville (Florida)/Charleston (South Carolina)/Port-au-Prince (APA/dpa) - Die Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew“ in den USA dürften d...

Jacksonville (Florida)/Charleston (South Carolina)/Port-au-Prince (APA/dpa) - Die Zerstörungen durch Hurrikan „Matthew“ in den USA dürften die Versicherungsbranche nach Schätzung von Experten eine Milliardensumme kosten. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic beziffert die versicherten Schäden an Wohn- und Gewerbegebäuden auf etwa vier bis sechs Milliarden US-Dollar (3,6 bis 5,4 Mrd. Euro), wie er in der Nacht auf Sonntag mitteilte.

Damit fällt die Schadensumme trotz starker Verwüstungen voraussichtlich deutlich geringer aus als bei anderen Wirbelstürmen seit der Jahrtausendwende. So hatte Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 den Angaben zufolge versicherte Gebäudeschäden von 35 bis 40 Milliarden Dollar angerichtet. Hurrikan „Sandy“ kostete die Versicherungsbranche im Jahr 2012 in diesem Bereich etwa 15 bis 20 Milliarden Dollar.

„Matthew“ richtete an der Südostküste der USA schwere Schäden an, die befürchtete ganz schwere Katastrophe blieb aber aus. Mindestens zehn Menschen starben, wie der Sender CNN berichtete. In Georgia, South Carolina und North Carolina kam es zu Überschwemmungen und starkem Regen. Bäume knickten um, Straßen waren unpassierbar. In Florida, wo „Matthew“ am Freitag gewütet hatte, begannen unterdessen die Aufräumarbeiten.

In Haiti stellte sich die Lage wesentlich dramatischer dar. Dort kamen offiziellen Angaben zufolge über 300 Menschen ums Leben. Mehr als 60.000 Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Während Naturkatastrophen in einem Land wie Haiti meistens viel größeres menschliches Leid anrichten, kommen die Schäden in einem Industrieland die Versicherer in der Regel um ein Vielfaches teurer zu stehen.