Innsbruck

Bei Razzien drei weitere Spiellokale zugesperrt

(Symbolbild)
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An 14 illegalen Innsbrucker Betrieben klebt bereits das Amtssiegel.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Der Standort war gut, wenn auch etwas frech: Ausgerechnet in unmittelbarer Nähe des Innsbrucker Casinos bot ein illegales Spiellokal abgewiesenen Zockern eine Alternative. Bis die Behörden Ende Oktober dem Treiben ein Ende setzten: „Wir haben das Lokal gemäß Glücksspielgesetz zugesperrt“, erzählt Florian Greil von der Landespolizeidirektion. Kein Einzelfall – 2016 gilt wohl als Seuchenjahr für die illegale Innsbrucker Glücksspielbranche. In der Innsbrucker Innenstadt klebt bereits an mehreren meist verdunkelten Eingangsscheiben das Amtssiegel. „Wir haben heuer neun illegale Betriebe nach dem Glücksspielgesetz geschlossen“, sagt Greil. Und fünf weitere aus Sicherheitsgründen. Da die Polizisten bei Razzien vor verschlossenen Türen standen, brachen sie diese auf und tauschten nach Abschluss der Erhebungen die Schlösser aus. „Das machen wir, wenn die Betreiber, wie häufig der Fall, für uns nicht greifbar sind. Wir müssen das Eigentum schützen, bis sich ein Verantwortlicher meldet“, beschreibt Greil die Vorgangsweise. Wenn tatsächlich ein Geschäftsführer etc. in der Landespolizeidirektion vorstellig wird, erhält er den Schlüssel. „Und die Schließungsandrohungen bei weiteren Verstößen gegen das Glücksspielgesetz“, sagt Greil. Wenn sich niemand meldet, bleibt das Lokal versiegelt und zugesperrt. Auf diese Weise wurden in den vergangenen 14 Tagen zwei weitere illegale Spiellokale (in der Rossau und in Wilten) geschlossen.

„Insgesamt bestehen derzeit gegen 17 Glücksspiellokale in Innsbruck Schließungsandrohungen“, fasst Greil zusammen. Sollten bei den kommenden Kontrollen erneut illegale Automaten in den Betrieben stehen, heißt’s „rien ne va plus“ (nichts geht mehr; Anm.). Bei einem weiteren Lokal kam in der Vorwoche ein Brandstifter den Polizeibeamten zuvor. Der unbekannte Täter legte Feuer und verwüstete dadurch den Betrieb in der Valiergasse, ehe eine Kontrolle durchgeführt werden konnte.

Die Besitzverhältnisse in der Branche sind für die Behörde oft nur schwer durchschaubar. „Meist scheinen irgendwelche Gesellschaften auf, die im Ausland angesiedelt sind“, schildert Florian Greil: „Oft wissen nicht einmal die eigenen Mitarbeiter, bei wem sie eigentlich angestellt sind.“