Julius Bär: Trump könnte Samen für die nächste Krise legen

Zürich (APA/sda) - Der künftige US-Präsident Donald Trump könnte mit seinem geplanten, massiven Infrastrukturprogramm nach Ansicht der Bank ...

Zürich (APA/sda) - Der künftige US-Präsident Donald Trump könnte mit seinem geplanten, massiven Infrastrukturprogramm nach Ansicht der Bank Julius Bär die Saat für die nächste Krise legen. Wenn Trump dieses Programm über die Wall Street mitfinanzieren lassen würde, beschwöre er den nächsten Absturz herauf.

Die USA würden das von Trump im Wahlkampf angekündigte Infrastrukturprogramm auf Pump finanzieren, sagte Julius-Bär-Chefökonom Janwillem Acket am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Wie unter dem einstigen US-Präsidenten Ronald Reagan (1981-1989) bestehe die Idee darin, mit öffentlichen Investitionen die Wirtschaft anzuschieben und Wachstum zu schaffen.

„Das kommt dann übermorgen via Steuern wieder herein“, sagte Acket. Bei Reagan habe das lange gedauert. Erst der übernächste Präsident Bill Clinton (1993-2001) habe die Früchte von Reagan ernten können: „Erst am Ende der Ära Clinton haben die USA Haushaltsüberschüsse erzielt und konnten Schulden zurückzahlen.“

Die Frage stelle sich, wie Trump das Programm finanziere. So könnten statt die Staatsschulden zu erhöhen, private Investoren zur Mitfinanzierung eingeladen werden. So könnten Wall-Street-Firmen beispielsweise für die Mitfinanzierung des Baus von Autobahnen in Minnesota attraktive Zinsen von 4 bis 5 Prozent für die nächsten zwanzig Jahre garantiert erhalten, sagte Chefstratege Christian Gattiker.

„So könnte man wieder diese alchemistischen Wunder schaffen, die dann irgendwann in den nächsten fünf bis zehn Jahren die nächste Krise heraufbeschwören“, sagte Gattiker. Wie im Jahr 2001 beim US-Häusermarkt unter George W. Bush werde jetzt der Samen für die nächste Krise gelegt.

Damals hätte es eigentlich klar werden müssen, dass es nicht gut enden könne, wenn sich Leute ohne Einkommen ihr fünftes Haus kaufen können, sagte Gattiker. Dennoch platzte die Finanzkrise erst 2007. „In der Regel wissen wir nicht, wie die nächste große Krise ausschaut.“ Es gebe keine Methode, die nächste Krise zu vermeiden. „Das ist systemimmanent“, sagte Gattiker. Die Wirtschaft sei so.


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