Tiroler Polizei deckte Drogenring auf

Innsbruck – Im Dezember 2015 kam es in der Wohnung eines Afghanen unweit von Innsbruck zum Zufallsfund von zwei Kilogramm Cannabis. Das Land...

Afghanen stiegen in den Tiroler Cannabishandel ein und ernteten bis fünf Jahre Haft.
© Keystone

Innsbruck –Im Dezember 2015 kam es in der Wohnung eines Afghanen unweit von Innsbruck zum Zufallsfund von zwei Kilogramm Cannabis. Das Landeskriminalamt Tirol (LKA) begann darauf mit umfangreichen Ermittlungen bis in den Wiener Raum. Bald zeigte sich der Exekutive, dass eine afghanischstämmige Tätergruppe in Tirol einen florierenden Cannabishandel im großen Stil aufgezogen hatte.

Bezogen hatten die Asylwerber das Suchtgift von Landsleuten in Wien. Dorthin begaben sich Kuriere, um alle zwei Wochen jeweils zwei Kilogramm Drogen abzuholen und in den Innsbrucker Raum zu schaffen. Hier wurden sie über etliche Läufer an Konsumenten gebracht.

Der Schmuggel verlief immer gleich und war dabei nicht ohne Risiko. Führte er doch per Bahn über das deutsche Eck. Zwei Kuriere kümmerten sich dabei um das Cannabis, eine dritte Person saß dazu noch weiter entfernt im Abteil, um bei einem Aufgriff der anderen Kuriere die kostbare Ware retten zu können.

Tausende abgehörte Telefongespräche waren Basis für die zeitraubenden Ermittlungen. Und die Afghanen machten es den Polizisten nicht leicht. „Hast du Döner oder Kebab dabei?“, „Der Junge kommt mit einer schönen Tasche“, „Gib ihm neun“ oder „Ich habe einen Hund (Polizisten) auf der Straße gesehen“: alles verklausulierte Ausdrücke im Zuge der Drogengeschäfte, die insgesamt über Mehrfachüberwachungen aber dennoch zu einem sinnhaften Ganzen zusammengeführt werden konnten.

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16 Kilogramm Cannabis waren bereits nach Tirol gelangt, bis die Drogenfahnder im Mai zeitgleich mehrere Wohnungen im Raum Innsbruck stürmten. Am Landesgericht waren nun fünf der Observierten im Alter von 21 bis 26 Jahren wegen Suchtgifthandels im Rahmen einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

Noch bei der Polizei hatten die fünf fast alle Vorwürfe geleugnet. Einer der Angeklagten ging sogar so weit, dass er nicht wissen wollte, dass Cannabishandel hierzulande strafbar sei – und dies, obwohl der Afghane schon zweieinhalb Jahre in Österreich lebt. Die detaillierten Ermittlungsergebnisse zeichneten für den Schöffensenat ohnehin ein allzu klares Bild. So ergingen nicht rechtskräftig Gefängnisstrafen zu fünf, vier, zweieinhalb, eineinhalb und drei Jahren. (fell)


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