E-Mail löste Anti-Terror-Einsatz in Innsbruck aus

Cobra und Verfassungsschutz wurden am Samstag in Innsbruck aktiv. Die Terrorwarnung löste sich nach den Ermittlungen jedoch in Luft auf.

Der Mann wurde von Spezialkräften festgenommen und später wieder freigelassen, als sich seine Unschuld herausstellte.
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Innsbruck – Schwer bewaffnet nahmen Polizisten am Samstagnachmittag in Innsbruck einen Mann fest. Er stand zu diesem Zeitpunkt unter Terrorverdacht. In einem E-Mail war vor dem Mann gewarnt worden. Offenbar hatte die Warnung jedoch einen ganz anderen Hintergrund: Eifersucht, nicht Terror.

Am Donnerstagabend erhielt das Innenministerium eine E-Mail. In dieser wurde ein Mann namentlich beschuldigt, IS-Terrorist zu sein. Zudem sei er Kommandant einer IS-Zelle. Um 20.30 Uhr am Samstag plane der Mann einen Anschlag auf eine Theaterpremiere in Innsbruck. Die Nachricht war anonym gehalten, der Absender blieb unbekannt.

Aufwendige Ermittlungen später konnte der Verfassungsschutz einen 29-jährigen Syrer ausfindig machen. Der Mann wurde von einem Sonderkommando der Cobra festgenommen. Auch hinsichtlich der konkreten Warnung vor dem Anschlagsziel wurden Maßnahmen umgesetzt, schildert die Polizei.

Parallel dazu wurde der Absender der Mail ausgeforscht. Die Polizei landete so bei einem 61-jährigen Österreicher, der sich derzeit in Rumänien aufhält – auf Urlaub. Nach anfänglichem Leugnen gab er zu, die Nachricht geschrieben zu haben. Der Grund: Er wollte verhindern, dass der Mann seine 55-jährige Freundin zu eben dieser Veranstaltung begleite. Deshalb habe er die Anschlagspläne erfunden. Der Festgenommene wurde anschließend sofort freigelassen.

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„Das Motiv dürfte Eifersucht gewesen sein“, sagt Peter Oehm, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, gegenüber TT.com. Das Opfer kam unschuldig zum Handkuss. Die Kosten des Einsatzes könnten noch nicht beziffert werden, seien jedoch „enorm“ – die Ermittlungen waren entsprechend aufwendig. Die konkreten Zahlen würden nun erhoben und dann dem Beschuldigten in Rechnung gestellt. Der 61-Jährige wird wegen Verleumdung und Vortäuschung einer gerichtlich strafbaren Handlung angezeigt.

Um welches Theaterstück es sich handle, wollte der Verfassungsschutz gegenüber TT.com nicht bekanntgeben. Die Veranstalter seien jedoch „sehr erleichtert“, dass die Geschichte so ausgegangen sei. (mats)

Vermummte Beamte bei einem Einsatz in der Innsbrucker Innenstadt.
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