Zugunglück von Bad Aibling: Handynutzung ist Thema vor Gericht

Er wusste, dass er im Dienst die Finger von seinem Handy lassen muss – und spielte dennoch damit. Am vierten Verhandlungstag dreht sich alles um die Smartphone-Nutzung.

Der 40-jährige Fahrdienstleiter war möglicherweise durch Handy-Spiele abgelenkt.
© Reuters/Michael Dalder

Traunstein– Im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten rückt am vierten Verhandlungstag die verbotene Handynutzung des Angeklagten in den Mittelpunkt. Vor dem Landgericht Traunstein soll am Montagvormittag ein Mitarbeiter jener Firma aussagen, deren Spiel der Fahrdienstleiter bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge am 9. Februar genutzt haben soll. Bei dem Fantasyspiel geht es darum, Dämonen auszulöschen. Der 40-Jährige hatte zu Prozessbeginn die Nutzung seines Smartphones im Dienst gestanden.

Auch hört die Große Strafkammer einen Psychologen zur Frage, inwieweit das Handyspielen die Konzentration des Fahrdienstleiters bei seiner Arbeit im Stellwerk beeinflusste. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dadurch abgelenkt gewesen zu sein. Der Bahnmitarbeiter hatte laut Anklage Signale falsch gestellt und auch den Notruf falsch bedient, mit dem er das Unglück in letzter Sekunde hätte verhindern können.

Der 40-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Die Höchststrafe dafür beträgt fünf Jahre. Beim Zusammenstoß der Nahverkehrszüge waren zwölf Menschen gestorben. 89 Insassen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 5. Dezember verkündet. (dpa)

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