Hund Lotti wurde in St. Ulrich angeschossen

Eine Tierärztin entdeckte eine Bleikugel im Oberschenkel von Jack-Russell-Mischling Lotti. Die Besitzer schlagen Alarm.

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Von Miriam Hotter

St. Ulrich a P. –Wer macht denn so was? Diese Frage haben sich Michaela und Harald Obholzer aus St. Ulrich in den letzten Tagen oft gestellt. Vergangene Woche entdeckte eine Tierärztin eine Bleikugel im Oberschenkel ihres kleine­n Jack-Russell-Mischlings Lott­i. Das Projektil stammt aus eine­m Luftdruckgewehr.

Es war der 30. Oktober dieses Jahres, als das Ehepaar mit seinem dreijährigen Hund spazieren ging. „Wir waren Richtung Pillersee unter­wegs, als Lotti plötzlich zusammenzuckte. Sie hat sich dann kurz hingesetzt. Als wir wieder weitergingen, hat sie gehumpelt“, erinnert sich Michaela Obholzer an jenen Tag zurück. Der erste Gedanke war, dass sich der Hund etwas eingetreten haben könnte. Doch die beiden Besitzer konnten keinerlei Verletzungen an Lottis Pfote entdecken.

Als der Oberschenkel des Vierbeiners plötzlich anschwoll, ging das Ehepaar mit ihm zu einem Tierarzt in St. Johann. Dieser diagnostizierte einen harmlosen Bluterguss, welcher von alleine wieder abheilen sollte. „Doch die Wunde sah nach einigen Tagen immer schlimmer aus“, erzählt die Besitzerin eines Nagelstudios. Da der „Haus-Tierarzt“ in der Zwischenzeit in Pension gegangen war, suchte das Ehepaar eine Tierärztin in Kitzbühel auf. Diese habe zuerst auf eine Entzündung getippt. Erst bei der zweiten Untersuchung entdeckte sie eine Bleikugel in der Wunde. Lotti wurde offensichtlich angeschossen.

Die Diagnose war ein Schock für Familie Obholzer. „Es ist ein Wahnsinn. Vor allem, dass das an einem Ort passiert ist, wo Radfahrer unterwegs sind und Familien spazieren gehen“, sagt Harald Obholzer, der befürchtet, dass es weitere Opfer geben könnte. „Nicht auszudenken, wenn ein Kind getroffen wird.“ Die Tierärztin selbst war aufgrund eines Auslandsaufenthaltes für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Doch die Inhaberin der Tierarztpraxis, Cornelia Z’berg, kennt ähnliche Fälle. „Es kommt öfters vor, dass Tiere, hauptsächlich Hunde und Katzen, mit einer Schussverletzung vorgestellt werden. Zum Vorschein kommen meistens Luftgewehr-Kugeln oder Schrotkugeln. Normalerweise lassen sich einfache Schussverletzungen recht gut operativ behandeln. Es gab aber auch schon Fälle, in denen das Tier eingeschläfert werden musste“, berichtet Z’berg. Erst vergangene Woche hatten es die Mitarbeiter der Tierarztpraxis mit einer Katze zu tun, die vier Schrotkugeln im Körper hatte.

Die Nachricht über den angeschossenen Hund hatte Bürgermeisterin Brigitte Lackner noch nicht erreicht. „Davon weiß ich nichts“, erklärt sie. Mehr wolle sie dazu nicht sagen. Nur so viel: „Ich werde mich erkundigen, was genau passiert ist“, verspricht Lackner, der Sache nachzugehen.


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