„Da darf man nichts verschlafen“

Gemeindezubau für Ärztepraxis, Kindergarten und Vereine kostet 4,2 Millionen Euro.

BM Markus Gerber informierte die Bürger unter anderem über das geplante „Duarfer Center“.
© Nikolussi

Von Hans Nikolussi

Elbigenalp –Wie denn die Zusammenarbeit im neuen Gemeinderat funktioniere, wollte ein „Duarfer“ bei der Bürgerversammlung wissen. Bürgermeister Markus Gerbe­r gab die Frage an die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen weiter. Alles im grünen Bereich, hieß es unisono. So verlief auch die Infoveranstaltung harmonisch.

Die geburtenintensiven Jahrgänge stellen die Kommune vor eine große Herausforderung. Die Räumlichkeiten des Kindergartens und des Eltern-Kind-Zentrums platzen aus allen Nähten. Mit einem Zubau an das Gemeindeamt will man daher gleich mehrere „Fliegen auf einen Streich erwischen“. Im neuen Gebäude werden neben den Räumen für die Kinder auch solche für Vereine und vor allem eine neue, zeitgemäße Arztpraxis untergebracht werden. Rund 4,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Elbigenalp ist im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden in der glücklichen Lage, über das geeignete ärztliche Personal zu verfügen. Zwei Ärztinnen sind derzeit bei der bald ausscheidenden Allgemeinmedizinerin des „Duarfs“ beschäftigt und bereit, die Kassenstelle zu übernehmen.

Bürgermeister Markus Gerber will die Dynamik, die im „Duarf“ deutlich zu spüren sei, nutzen und dem Ort einen Schub verpassen. Der passionierte Bauer, Jahrgang 1978, in dessen Stall 35 Milchkühe stehen und der damit zu den „Großen“ gehört, ist auf der politischen Bühne kein Unbekannter. Dafür sorgte sein seinerzeitiges Engagement für Anna Hosp und der daraus resultierende Ausschluss aus dem Bauernbund. Trotzdem sei sein Verhältnis zur Gesamtpartei ein Gutes. Und das sei wichtig. „Das Duarf ist zwar gut aufgestellt, aber Gelder von außen sind notwendig und willkommen“, vermerkte Gerber.

Das Interesse an Gewerbe­flächen kann die Gemeinde mit 10.000 m² im Ortsteil Obergiblen abdecken. „Vor allem geht es darum, den jungen Leuten im Ort Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Da darf man nichts verschlafen“, ist Gerber überzeugt.

Das geplante „Duarfer Center“.
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