Filmmonat Dezember: Triste Technik, Menschlichkeit und Kirk zum 100er

Wien (APA) - Dezember ist‘s, und im Kinoprogramm findet sich feiertagstaugliches für jede Zielgruppe: Für Familien starten die Animationsfil...

Wien (APA) - Dezember ist‘s, und im Kinoprogramm findet sich feiertagstaugliches für jede Zielgruppe: Für Familien starten die Animationsfilme „Sing“ und „Vaiana“, für Fans weihnachtlicher Brachialkomik „Office Christmas Party“ und für Rebellen der Winter-Slasher „Attack of the Lederhosenzombies“. Und dann liegt noch das Star-Wars-Spin-Off „Rogue One“ unterm Christbaum. Was sich sonst noch im Filmmonat tut:

Triste Technik. Science-Fiction und Melancholie, 1968-1983 im Österreichischen Filmmuseum (1. Dezember bis 5. Jänner): Ehe sich die Berlinale-Retrospektive 2017 dem Genre Science-Fiction als „Spiegel gesellschaftlicher Debatten“ widmet, präsentiert das Filmmuseum eine Schau über das „technik- und fortschrittsskeptische Science-Fiction-Kino der erweiterten 1970er-Jahre“. Erforscht wird jene Zeit zwischen Stanley Kubricks „2001 - A Space Odyssey“ (1968) und Ridley Scotts „Blade Runner“ (1982), „die sich dem Gedanken einer rettungslos negativen Entwicklung westlicher Technologien und Wissenschaften öffnet - im Schatten von Ölkrise, internationalem Terrorismus, explodierender Sex- und Drogenkultur und neuen sozialen Bewegungen“. Auf dem Programm stehen US-“Warnfilme“ wie „Towering Inferno“, ästhetische Highlights wie George Lucas‘ frühes Hauptwerk „THX 1138“ und das post-apokalyptische „Glen and Randa“.

this human world (1. bis 11. Dezember): Zum neunten Mal stellt sich Wiens internationales Menschenrechtsfilmfestival „this human world“ den Anspruch, Plattform für gesellschaftspolitisches und sozialkritisches Kino zu sein. 115 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme stehen im Gartenbaukino, Filmcasino, Top Kino und Schikaneder auf dem Programm; hinzu kommen Workshops, Lectures und Partys an verschiedenen Standorten. Zu ihrem Einstand haben die neuen Festivalleiterinnen Julia Sternthal und Djamila Grandits das Filmprogramm um rund 40 Beiträge und die Wettbewerbssektion um die zwei Sparten „exp:An:ded shorts“ und „up and coming“ erweitert. Das Schwerpunktprogramm umfasst neben neun Themenbereichen von „borders“ bis „future perspectives“ auch die umfassende Panoramareihe „360°“.

Mittelamerikanisches Filmfestival im Metro Kinokulturhaus (1. bis 9. Dezember): Zum achten Mal zeigt das Mittelamerikanische Filmfestival in Wien Spiel- und Dokumentarfilme aus Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Honduras und dem diesjährigen Gastland Kolumbien. Eröffnet wird die Filmwoche mit „Presos“ („Häftlinge“), einer preisgekrönten Koproduktion aus Guatemala, Costa Rica und Mexiko, die „uns in eine spannende Kriminalwelt nach Ostguatemala führt“, so die Organisatoren.

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A Tribute to Kirk Douglas im Wiener Gartenbaukino (9. bis 11. Dezember): Mit Stanley Kubricks Historienepos „Spartacus“ in Anwesenheit des Hauptdarstellers Kirk Douglas wurde das Gartenbaukino am 19. Dezember 1960 feierlich eröffnet. Da ist es Ehrensache, dass das Wiener Programmkino dem Hollywoodstar nun anlässlich dessen 100. Geburtstags (am 9.12.) ein kleines Tribute widmet. Sechs ausgewählte Filme aus seinem Oeuvre - darunter Billy Wilders „Ace in the Hole“ und den selten gezeigten „Lonely are the Brave“ von David Miller - stehen auf dem Programm und werden um Vorträge ergänzt.

Vergabe der Europäischen Filmpreise (10. Dezember): Das polnische Breslau ist heuer der Austragungsort der bereits 29. Verleihung der Europäischen Filmpreise. Großer Favorit ist die deutsch-österreichische Koproduktion „Toni Erdmann“, die mit fünf Nominierungen an den Start geht: Die Tragikomödie ist als bester Film, Peter Simonischek als bester Schauspieler, Sandra Hüller als beste Schauspielerin und Maren Ade sowohl als beste Regisseurin wie auch für das beste Drehbuch im Rennen. Burgschauspieler Simonischek misst sich in der Schauspielkategorie mit Javier Camara („Freunde fürs Leben“), Hugh Grant („Florence Foster Jenkins“), Dave Johns („I, Daniel Blake“), Burghart Klaußner („Der Staat gegen Fritz Bauer“) und Rolf Lassgard („Ein Mann namens Ove“).

The Last Silents im Metro Kinokulturhaus (10. Dezember bis 8. Jänner): Über mehr als zehn Jahre zog sich einst die Umstellung vom Stumm- zum Tonfilm. Das Filmarchiv Austria zeigt mit „The Last Silents“ die letzten Meisterwerke aus verschiedenen Ländern und führt bei Filmen, deren damals angefertigte Musiktonspuren erhalten geblieben sind, diese auf. Auf dem Programm stehen mit Alfred Hitchcocks „Blackmail“ (Erpressung, 1929), Augusto Geninas „Prix de beaute“ (Miss Europa, 1930) und Mario Camerinis „Rotaie“ (Schienen, 1929) auch drei Filme, die als Tonfilme bekannt wurden und im Metro Kinokulturhaus in ihren originalen, stummen Versionen zu sehen sind.

Fantastic Gondolas in Lech am Arlberg (10. Dezember): Zum bereits sechsten Mal findet in Lech am Arlberg das multimediale Kunst- und Musikfestival Fantastic Gondolas (ehemals: Cineastic Gondolas) statt. Die Gondeln der Rüfikopf-Seilbahnen dienen als schwebende Tanzflächen, die schneebedeckten Hänge als Projektionsflächen für Livevisuals und auf 2.350 Höhenmetern entsteht eine Open-Air-Bühne, auf der u.a. Loveparade-Gründer Dr. Motte sowie Ogris Debris auflegen werden.

Ruth Beckermann. Das Gesamtwerk im Filmmuseum (12. Dezember bis 5. Jänner): Seit 1977 schuf die Wiener Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann ein umfangreiches, auch im Ausland viel beachtetes Werk, zu dem Filme wie „Die papierene Brücke“ (1987), „American Passages“ (2011) und „Those Who Go Those Who Stay“ (2013) zählen. Parallel zum Kinostart ihres ersten Spielfilms, „Die Geträumten“, zeigt das Filmmuseum ihr Oeuvre und präsentiert ein neues, von Alexander Horwath und Michael Omasta herausgegebenes Buch über ihr Schaffen. Im Rahmen der Retrospektive finden auch zahlreiche Gespräche und Einführungen mit Beckermann statt.

Bekanntgabe der Nominierungen für den Österreichischen Filmpreis (14. Dezember): Wer tritt an, dem großen Favoritensieger beim Österreichischen Filmpreis 2016, „Ich seh Ich seh“, nachzufolgen? Im Wiener Ringturm werden in 16 Kategorien je drei Nominierte der jeweiligen Berufsverbände aus den insgesamt 41 eingereichten Langfilmen und 18 Kurzfilmen bekannt gegeben. Die Akademie des österreichischen Films ermittelt schließlich per geheimer Wahl die Gewinner, die am 1. Februar bei der nunmehr siebenten Verleihung im Wiener Rathaus gekürt werden.

Ausgewählte Weihnachtsspecials in Wien (rund um den 24. Dezember): Inmitten des alljährlichen Weihnachtstrubels lässt es sich im Kinosaal zur Ruhe kommen. Das Filmmuseum führt seine Tradition fort und zeigt zwischen Weihnachten und Neujahr Filme mit den Marx Brothers; heuer wechselnd mit „Screwball Sisters“ wie Katharine Hepburn und Barbara Stanwyck in Kultkomödien. Auch das Filmarchiv Austria setzt auf Sachen zum Lachen und zeigt bereits ab 17. Dezember bis 8. Jänner vier Kurz- und vier Langfilme von Laurel und Hardy - darunter natürlich den Kurzklassiker „Big Business“ (1929), in dem Dick und Doof im Juli (!) Weihnachtsbäume vorbestellen. Und das Gartenbaukino zeigt am 24. Dezember mit „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ (10 Uhr) und „Mary Poppins“ (13 Uhr) wie schon im Vorjahr zwei Kultfilme für die ganze Familie.

(S E R V I C E - www.filmmuseum.at, www.thishumanworld.com, www.centroamerica.at, www.gartenbaukino.at, www.europeanfilmawards.eu, www.oesterreichische-filmakademie.at, www.filmarchiv.at)


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