Tiroler Schuldirektorin wegen Bestechlichkeit vor Gericht: Freispruch

Innsbruck (APA) - Eine Tiroler Schuldirektorin hat sich am Montag am Landesgericht Innsbruck wegen des Vergehens der Bestechlichkeit verantw...

Innsbruck (APA) - Eine Tiroler Schuldirektorin hat sich am Montag am Landesgericht Innsbruck wegen des Vergehens der Bestechlichkeit verantworten müssen. Sie soll laut Anklageschrift für den Bezug von Schulbüchern vom Händler zehn Prozent Provision gefordert haben. Richter Andreas Mair sprach die Direktorin von dem Vorwurf frei. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Der als Zeuge geladene Buchhändler schilderte vor Gericht ein Treffen mit der Direktorin Ende Jänner 2014, bei dem sie von ihm zehn Prozent des Auftragsvolumens der Schulbuchlieferung als Provision gefordert habe. Dies seien rund 3.000 Euro gewesen. Die Angeklagte wies die Vorwürfe vehement zurück und bekannte sich nicht schuldig. „Ich habe keine Provisionszahlung gefordert“, beteuerte sie vor Gericht.

Vielmehr habe sie dem Händler bei diesem Treffen den Schulbuchauftrag entziehen wollen, erklärte die Beschuldigte. Bereits zuvor habe es Meinungsverschiedenheiten und Unstimmigkeiten zwischen der Direktorin und dem Händler, der auch als Kooperationspartner für einen der Schulzweige an ihrer Schule fungiert habe, gegeben. Der Auftrag sei dann letztendlich doch erteilt worden, „aus Angst um den betroffenen Schulzweig“, meinte die Angeklagte, da der Händler mit der Auflösung der Kooperation gedroht habe.

Ein Jahr später habe sie dann letztendlich aber doch den Schulbuchpartner gewechselt, sagte die Schulleiterin. Kurz darauf habe der Händler sie beim Landesschulrat und bei der amtsführenden Landeschulratspräsidentin angeschwärzt. Er habe erst rund eineinhalb Jahre nach dem Gespräch von der Provisionsforderung erzählt, weil er dachte, dass die Direktorin „ihr Ansinnen in der Zwischenzeit ad acta“ gelegt habe, so daraufhin der Zeuge. „Als sie mir den Auftrag per Fax entzogen hat, dachte ich, dass sie jetzt bei jemand anderen mit der Provisionsforderung Erfolg hatte und habe deshalb die offiziellen Stellen informiert“, meinte der Buchhändler.

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„Es ist merkwürdig, dass der Händler erst dann moralische Bedenken bekommt, wenn man ihm den Schulbuchauftrag nicht mehr erteilt“, merkte der Richter in der Urteilsbegründung an. Außerdem sei aus einem E-Mail-Verkehr ersichtlich, dass der Zeuge gegen die Angeklagte in ihrer Position als Direktorin interveniert hatte.


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