PR-Ethik-Rat leitet Verfahren gegen TVB Seefeld ein

Der PR-Gag um eine „versehentlich“ nach Deutschland transportierte Pistenraupe ruft nicht nur positive Reaktionen hervor. Nun ermittelt der PR-Ethik-Rat gegen den Tourismusverband Seefeld.

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Die Geschichte um die "verirrte" Pistenraupe wurde von vielen deutschsprachigen Medien aufgegriffen.
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Innsbruck – Der PR-Ethik-Rat leitet nach Beschwerden aus Deutschland ein Verfahren gegen den Tourismusverband Seefeld ein. Der Tourismusverband hatte in den vergangenen Tagen den „versehentlichen“ Transport einer Pistenraupe in ein deutsches Seefeld inszeniert und verschiedene Medien offenbar bewusst belogen und in die Irre geführt.

Hintergrund

Pistenraupe im falschen Seefeld: “Irrfahrt“ war nur inszeniert

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Der PR-Ethik-Rat wollte am Montag kein „Schnellschuss-Urteil“ abgeben. „Eine Beurteilung der Vorgangsweise können wir erst nach eingehender Prüfung abgeben. Unsere Geschäftsordnung verpflichtet uns auch dazu, Stellungnahmen der Beteiligten einzuholen“, hieß es zur APA.

Zugleich verwies man darauf, dass die Aktion des Tourismusverbandes „auf den ersten Blick gleich in mehreren Punkten“ gegen den Ehrenkodex des Public Relations Verband Austria (PRVA) verstößt. Dort ist unter anderem davon die Rede, dass es für PR-Fachleute nicht zulässig sei, „bewusst Falschinformationen in Umlauf zu bringen“.

„Schadet der Glaubwürdigkeit“

Sollte sich die Annahme bestätigen, dass der Tourismusverband bewusst gegen die gängigen Ethik-Kodizes der Branche verstoßen hat, schadet das zweifellos seiner Glaubwürdigkeit, hieß es aus dem PR-Ethik-Rat. Den Medien könne man aus jetziger Sicht keinen Vorwurf machen.

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Zugleich betonte das Selbstkontrollorgan, dass es ganz sicher „nicht die gängige Praxis“ in der PR-Branche sei, Medien bewusst in die Irre zu führen. „Jeder erfahrene PR-Verantwortliche weiß, dass der Preis für diesen kurzen Aufmerksamkeitserfolg der Verlust der Glaubwürdigkeit und der Gesprächsbasis mit den Medien ist“, so Ethik-PR-Rat-Vorsitzende Gabriele Faber-Wiener. (APA)


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