Glücksspielanbieter Mr Green wechselt in wichtigeres Börsensegment

Wien/Stockholm (APA) - Der Online-Glücksspielanbieter Mr Green, der stark in Österreich vertreten ist, wechselt in seinem Heimatland Schwede...

Wien/Stockholm (APA) - Der Online-Glücksspielanbieter Mr Green, der stark in Österreich vertreten ist, wechselt in seinem Heimatland Schweden von einem zweitrangigen in das wichtigste Börsensegment. Der Ausschuss der Nasdaq Stockholm habe die Aktien zugelassen, so das Unternehmen am Montag.

Österreich ist für Mr Green nach Schweden der zweitwichtigste Markt. Hierzulande gelten Sportwetten, die Mr Green neben Online-Casino auch anbietet, nicht als Glücksspiel. Online-Glücksspiel wiederum ist in Österreich nur dem teilstaatlichen Casinos-Austria-Konzern erlaubt. Dieser hat nämlich die Lotterielizenz, die auch zum Online-Glücksspiel berechtigt. De facto können die Österreicher aber auf tausenden Internetseiten um Geld spielen, das World Wide Web kennt keine Grenzen.

Mr Green und andere lobbyieren bereits seit längerem beim Finanzministerium für eine Aufweichung der Regelung. Sie urgieren ein Lizenzsystem.

Derzeit darf Mr Green in Österreich keine Online-Glücksspiele anbieten. Dennoch macht das Unternehmen massiv für sich Werbung - für die österreichische Website, auf der nur Gratisspiele angeboten werden. Auf der .com-Version kann freilich um echtes Geld gezockt werden. Diese Praxis hat Mr Green in der Vergangenheit Kritik eingebracht, für entsprechende Werbeeinschaltungen wurden bereits Strafen verhängt.

Auch beim Thema Steuern ist Mr Green im Clinch mit den Behörden. Die Schweden haben jahrelang Millionen an Glücksspielabgabe gezahlt, dann aber wegen der rechtlich unklaren Situation die Zahlungen eingestellt. Wie fünf andere Online-Anbieter zog Mr Green vor Gericht, nun ist das Bundesfinanzgericht am Zug. Mr Green steht auf dem Standpunkt, Steuern zahlen zu wollen (allerdings nicht 40 Prozent der Spielerträge, sondern weniger). Dafür müsse man aber Rechte respektive eine Lizenz bekommen.

Das Finanzministerium vertritt die rechtliche Meinung, dass das Glücksspielgesetz (GSpG) weder gegen die österreichische Verfassung noch gegen EU-Recht verstoße. Kürzlich hat das auch der Verfassungsgerichtshof (VfGH) bestätigt. Das Glücksspielmonopol sorgt seit Jahren für Zank; jene, die keine Lizenzen haben, meinen, das ganze Regelwerk sei illegal und daher nicht anwendbar. Im Online-Bereich argumentieren die Anbieter mit der Dienstleistungsfreiheit der EU: Wer in einem EU-Staat eine Lizenz habe, dürfe auf Basis dieser in der gesamten Union anbieten.


Kommentieren