Europas Leitbörsen schließen mehrheitlich höher

Frankfurt am Main (APA) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte sind heute, Dienstag, mehrheitlich im Plus aus dem Handel gegangen. Der ...

Frankfurt am Main (APA) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte sind heute, Dienstag, mehrheitlich im Plus aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 21,62 Einheiten oder 0,72 Prozent auf 3.038,42 Zähler.

Die Anleger agierten den gesamten Handelstag über recht zurückhaltend. Händler verweisen auf wichtige Ereignisse im weiteren Wochenverlauf. So werden ab Mittwoch in Wien die Mitgliedsländer des Ölkartells OPEC einmal mehr über etwaige Produktionsgrenzen verhandeln. Zudem wird in Italien am Sonntag das Verfassungsreferendum abgehalten, in den USA wird am Freitag der Arbeitsmarktbericht für November publiziert.

Dominierendes Thema in Europa bleibt das italienische Referendum am Sonntag. Einem aktuellen Bericht der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge könnte Italiens Premier Renzi auch zurücktreten, falls das Referendum zu seinen Gunsten ausgeht. Dann könnte er sich als Premierminister wiederernennen lassen und hätte mehr Zustimmung als bei der momentanen Regierungsmannschaft. Bis zu den Wahlen könnte er dann mehr Verfassungsreformen durchführen, hieß es.

Leichte Entspannung verschaffte den Anlegern, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Insidern zufolge im Falle von heftigen Marktreaktionen nach dem Verfassungsreferendum in Italien zum Handeln bereit steht. Immerhin präsentierte sich die Mailänder Börse erholt mit einem satten Plus von 2,13 Prozent.

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Nachdem der Bankensektor des Landes geplagt von der politischen Ungewissheit zuletzt ärger Federn lassen musste, stabilisierte sich auch hier die Lage: Intesa Sanpaolo legten mit 4,25 Prozent am stärksten im Euro-Stoxx-50 zu, UniCredit stiegen an der Mailänder Börse um 3,14 Prozent und Mediobanca um 4,24 Prozent.

Stark unter Druck kamen die Ölpreise im Vorfeld des OPEC-Treffens in Wien. Eigentlich beginnen erst zur Wochenmitte die Verhandlungen des Ölkartells über etwaige Produktionskürzungen. Doch bereits heute ließ der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh ausrichten, dass sein Land an den bisherigen Produktionsgrenzen festhalten und seine Ölförderung nicht kürzen wolle. Die Agentur Bloomberg berichtete dazu, dass Saudi-Arabien eine Einigung blockieren werde, falls sich der Irak und der Iran nicht zu einem Kompromiss bewegen lassen.

Infolge rutschten die Ölpreise wieder ab, Futures für die Nordsee-Sorte Brent rasselten mit 3,75 Prozent ins Minus. Branchenvertreter wie Shell (minus 2,31 Prozent), BP (minus 1,76 Prozent) oder Total (minus 0,26 Prozent) verbilligten sich infolge ebenso.

Zahlreiche Konjunkturdaten rückten wegen des OPEC-Treffens und des italienischen Referendums in den Hintergrund. In Frankreich bestätigte das Statistikinstitut INSEE, dass die französische Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um dünne 0,2 Prozent gewachsen war, nach 0,1 Prozent im Vorquartal. Jene der USA wuchs hingegen im dritten Jahresviertel mit 3,2 Prozent etwas stärker als die zuvor geschätzten 2,9 Prozent.

Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist unterdessen im November zwar auf ihren Höchststand seit Dezember 2015 geklettert, aber dennoch schwächer als erwartet ausgefallen, wie die EU-Kommission mitteilte.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA534 2016-11-29/18:13


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