Für „Radschnellwege“ gibt es in Imst kein Potenzial

Die Radinfrastruktur in Tirol wird kräftig gefördert. Die Treffen für Planungen im Bezirk koordiniert das Regionalmanagement Imst.

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Von Agnes Dorn

Arzl i. P. –Die Vorstellung des Tiroler Radkonzeptes bis 2020 durch Verkehrsplaner Othmar Knoflach stand kürzlich auf der Tagesordnung beim Vernetzungstreffen der Energieberater des Bezirks. Dabei ging es auch um die Förderung der Radinfrastruktur. „Schnell beantragen, bevor die Fördergelder weg sind“, legte er dabei den anwesenden Energiebeauftragten ans Herz. Denn auch wenn die Förderungen mit bis zu 80 Prozent sehr hoch sind, unbegrenzt ist das Volumen des Topfes dann doch nicht. Finanziell unterstützt werden dabei sowohl die Untersuchungen und Planungen als auch der Bau und die Instandhaltung von Radwegen und Radrouten.

Das Land kann zwar die Errichtung und Sanierung der Radwege durch Förderungen unterstützen, für die Erhaltung zeichnen jedoch die Gemeinden und Tourismusverbände zuständig, wie Knoflach erläutert.

Im neuen Radkonzept wurde außerdem eine Potenzialanalyse erstellt, die die Nachfrage in der Bevölkerung nach einer Radinfrastruktur ermittelt. „Die Wunschlinien wurden mit dem Potenzial an Fahrten beziehungsweise Personen pro Tag hinterlegt und dies bildete die Grundlage für die Hierarchisierung“, erläuterte Knoflach.

Für den Bezirk Imst ergab sich dabei das Bild, dass nirgends das Potenzial für einen „Radschnellweg“ vorhanden ist – anders als in den meisten anderen Tiroler Bezirken. Dafür sind in mehreren Gebieten die Bedingungen für Radwege nach „R I“ gegeben, also jene ab einer Breite von mindestens 3,5 Metern und mit einer befestigten, glatten, wintertauglichen Oberfläche. Wunschlinien für solche R I finden sich im Radkonzept sowohl vom Gurgltal über Imst bis Imsterau als auch von Rietz nach Oberhofen. Ansonsten wird das Bezirksbild ausschließlich von Radwegepotenzialien der Kategorie „R II“ beherrscht. Dem Pitztal ab Wenns und Teilen des Ötztals wird dagegen gar keine Kapazität für eigene Radwege mit mindestens 2,5 Metern Breite und genügend Alltagsverkehr eingeräumt.

An die Kategorisierung ist auch die Höhe der Förderung von Land, Bund und EU gekoppelt: Analyse, Planung und Beschilderung werden in allen Kategorien für die Jahre 2017 und 2018 mit 70 Prozent, danach mit 60 Prozent gefördert.

Errichtung, Verbesserung und Instandhaltung von Radfahranlagen und Radrouten werden hingegen nach Kategorien gestaffelt gefördert: 50 (bzw. bis Ende 2018 mit 60) Prozent für R II, bis 60 bzw. 70 Prozent für Radschnellwege. Auch Freizeitwege der Kategorie F werden angefangen bei der Analyse bis zur Instandhaltung mit 40 bzw. 50 Prozent unterstützt.

Knoflach hatte zum Treffen auch gleich die neuen Radwegeschilder dabei: „Besser ist es, wenn sich für die Planung eines Radwegkonzepts die ganze Region zusammensetzt und man sich nicht einzelne Schilder fördern lässt.“ Der Geschäftsführer des Regionalmanagements Imst, Marku­s Mauracher, versprach, demnächst ein Treffen der TVB und Gemeinden zur Koordination der Planung zu organisieren, wenn dies gewünscht werde.


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