Thomas Grumser: „Die negative Stimmung schreckt mich nicht ab“

Der Titel Interimscoach lässt Wacker-Trainer Thomas Grumser vor dem Match in Kapfenberg (Freitag, 18.30 Uhr) kalt. Klare Worte findet er immer.

Bei der Präsentation betonte General Manager Alfred Hörtnagl, dass die Lösung mit Thomas Grumser (Bild) eine längere auf der Trainerbank des FC Wacker Innsbruck bleiben könnte.
© Jakob Gruber

Bereiten Sie das letzte Meisterschaftsspiel im alten Kalenderjahr als Interims­trainer oder schon als designierter neuer Cheftrainer vor?

Thomas Grumser: Wie der Titel heißt, spielt keine Rolle. Und meine Person ist sicher nicht in der Hauptrolle. Fakt ist, dass wir bis jetzt eine gute Trainingswoche hingelegt haben.

Dabei wird der FC Wacker von vielen schon wieder zu Grabe getragen ...

Grumser: Dargestellt wird oft alles, als wären wir Vorletzter. Dabei haben wir sieben Spiele nicht verloren und waren im zweiten Quartal Tabellenzweiter (gesamt 16 Punkte/nur eine Niederlage in neun Spielen unter Grumser, Anm.). Ich wünsche mir, dass die Leistung der Spieler honoriert wird.

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Das brachten Sie zuletzt auch nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FAC zum Ausdruck.

Grumser: Es ist schon klar, dass sich die negative Stimmung über einen längeren Zeitraum aufgebaut hat. Und wenn alles funktioniert hätte, wäre ich ja gar nicht da. Aber warum wird Spielern, speziell auch den Jungen, nichts verziehen? Unsere Serie ist in einer Liga mit vielen engen Spielen nicht schlecht.

Ziel Nummer eins bei Ihrer Übernahme war die Stabilisation der Mannschaft und die Verbesserung des Klimas. Das scheint gelungen. Wie lauten die weiteren Ziele, sofern es mit Ihnen nach der Winterpause als Cheftrainer weitergeht?

Grumser: Noch einmal: Es ist nicht so wichtig, wer ich bin und was ich will. Ich habe beim Beginn meiner Tätigkeit nur gesagt, dass ich es mir zutrauen würde. Ich habe auch kein Problem damit, bei den Amateuren weiterzuarbeiten.

Und wenn es doch bei den Profis ist?

Grumser: Es braucht klare Zielsetzungen und Aufgabenverteilungen, eine klare Kommunikation. Ich wäre auch dafür, den einen oder anderen jungen Spieler hochzuziehen, damit wir die Durchlässigkeit weiter steigern. Mit Tekir, Pirkl, aber auch Baumgartner oder Kerschbaum führen wir junge Jahrgänge. Entscheidend wird sein, ob und wie man das mit meiner noch fehlenden UEFA-Pro-Lizenz lösen kann.

Ziele?

Grumser: Die Stabilisierung im sicheren Mittelfeld ist gelungen. Ein FC Wacker muss sich im Frühjahr nach vorne orientieren. Und in der neuen Saison mit der Reform (zwei Aufsteiger) muss man um den Bundesliga-Aufstieg mitspielen.

Kaum Leute im Stadion, eine schlechte Stimmung rund um den Klub. Wäre es für Sie als zweifacher Familienvater nicht leichter, wieder den Brotberuf (Pensionsversicherungsanstalt) zu wählen und zu den Amateuren zurückzukehren?

Grumser: Ich finde, dass die Aufgabe schon mit dem ersten Heimspiel gegen Kapfenberg (1:0-Sieg) sehr schwierig war. Die negative Stimmung wundert mich zwar, aber schreckt mich nicht ab. Man darf nicht alles zu emotional sehen, sondern muss im Kopf klar bleiben.

Das Gespräch führte Alex Gruber


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