Hilfe aus Tirol für die Bergdörfer Boliviens

Aktion Bruder und Schwester in Not hilft im Kampf gegen den Klimawandel.

Auch auf über 4000 Metern Höhe ist Wasser in Bolivien knapp. Mit Spenden aus Tirol sollen Speicher für den Gemüseanbau gebaut werden.
© BSIN

Innsbruck –Hohe Berge. Karge Landschaften. Äcker, auf denen Kartoffeln und Getreidesorten angebaut werden. Vieles aus dem bolivianischen Hochland mag an das frühere bäuerliche Leben in Tirol erinnern. Mit einer großen Ausnahme: Wasser. Spätestens seit dem stärker spürbar werdenden Klimawandel wird dies in Bolivien immer mehr zum Problem. Im September hat es heuer nicht geregnet. Dabei wäre gerade diese Zeit so wichtig für die arme Bergregion. Für Sonia Medrano Huaquira und Favio Mayta Chipana, auf Einladung von Bruder und Schwester in Not in Tirol, ist es da schon sehr ungewöhnlich, wenn man das Wasser aus dem Hahn auch trinken kann. Und es im Überfluss da ist. Drei Wochen lang berichten sie in Tiroler Schulen und bei Veranstaltungen darüber, wie sie Menschen vor Ort helfen, sich für das Bleiben zu entscheiden. Selbstversorgung, Zugang zu Wasser und (Bewusstseins-)Bildung sind die Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Vieles davon wird mit Spendengeldern aus Tirol realisiert.

„Der Klimawandel hat starke Auswirkungen, und die Politik reagiert nicht“, sagt Favio. Sonia meint außerdem: „Mit den Spenden aus Tirol können wir 150 Frauen zeigen, wie sie ihre Rechte einfordern, wie sie eine kleinbäuerliche Vermarktung aufbauen und Bewässerung richtig nutzen.“ Man könne aber bei Weitem nicht allen Familien helfen. Viele würden daraufhin abwandern, entweder nach Chile oder in die größeren bolivianischen Städte. Doch das erhoffte bessere Leben dort gibt es auch nicht. Darüber hinaus gehe es bei den Projekten, die durch Bruder und Schwester in Not unterstützt werden, auch um den Abbau von Diskriminierung der indigenen Bevölkerung des Landes. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe“, sagt Sonia. Und Favio würde gerne die Pünktlichkeit aus Tirol mit nach Hause nehmen.

Heute sind die beiden Soziologen aus Bolivien zweimal in Innsbruck zu sehen und zu hören. Beide Veranstaltungen finden im Pfarrsaal Schutzengelkirche statt. Ab 17.30 Uhr geht es zuerst bei Weihnachten weltweit um einen Erzähl­abend mit Geschichten aus aller Welt. Anschließend wird im Dinnerclub gekocht. Informationen gibt es unter caritas-integrationshaus.at/dinnerclub. Auch die Adventsammlung von Bruder und Schwester in Not steht im Zeichen von Bolivien. (mw)

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