Gemeinsamer Hanfplantage folgte gemeinsame Haftstrafe

Schon mehrfach aufgrund von Drogendelikten vorbestraft, saßen gestern zwei Kollegen (21, 23) erneut wegen Suchtgifthandels am Landesgericht....

Symbolfoto.
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Schon mehrfach aufgrund von Drogendelikten vorbestraft, saßen gestern zwei Kollegen (21, 23) erneut wegen Suchtgifthandels am Landesgericht. Letztes Jahr waren beide auf die Idee gekommen, Cannabis doch gleich selbst anzubauen. Grund: die Massivität ihrer Sucht. „Wissen S’, seit sieben Jahren bin i jetzt cannabissüchtig. Da dachten wir, dass wir uns das jetzt selbst anbauen und für Zukäufe noch ein bisserl was davon verkaufen“, erklärte der 21-Jährige Richter Gerhard Melichar. Immerhin knapp ein halbes Kilogramm Cannabiskraut konnte das Duo bis Ende Mai erzeugen. 305 Gramm wurden weiterverkauft. „Wie soll das mit Ihnen weitergehen nach sechs Verurteilungen?“, fragte darauf Richter Melichar den 21-Jährigen. Dieser antwortete ungewollt zweideutig: „Ja, Herr Rat, da muss man jetzt wohl endlich einen Schlussstrich ziehen!“ Der Strafrichter hörte es und urteilte: „15 Monate Haft, fünf davon unbedingt, für beide!“ Die Verteidiger Hansjörg und Ekkehard Waizer stellten wegen der Suchtgiftabhängigkeit beider Mandanten Anträge auf „Therapie statt Strafe“.

Dass man einen Fehler oftmals mehrfach büßen muss, stellte ein 62-Jähriger im Oktober fest. Der nach einem Überfall Verurteilte und im Herbst vom Mordverdacht rechtskräftig freigesprochene Innsbrucker hatte nach seiner Haftentlassung im Herbst im Stadtmagistrat wegen seiner ihm zustehenden Stadtwohnung vorgesprochen. Schließlich war er vor seiner Verhaftung schon so weit gereiht gewesen, dass ihm statt einer Garçonnière eine Zweizimmerwohnung zugestanden hätte. Als die Referentin darauf jedoch antwortete, dass sein Antrag aufgrund unterlassener Verlängerung (während der Haft) abgelaufen sei und er nun quasi wieder von vorne anfangen müsse, platzte dem 62-Jährigen der Kragen: „Wenn ich nicht in einer Woche eine Wohnung habe, dann verwandle ich das Stadtmagistrat in eine Baustelle!“, hieß es Richtung Referentin. Versuchte Nötigung laut Anklage. Angesichts der Umstände für das Gericht jedoch ein emotionaler Sager in einer Ausnahmesituation. Freispruch – schließlich hatte sich niemand gefürchtet. (fell)

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