Trotz Gerichtsverbots - Dodik will 9. Jänner als Feiertag begehen

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Milorad Dodik, Präsident des serbischen Landesteils von Bosnien-Herzegowina, will trotz eines gegenteiligen Urte...

Sarajevo/Banja Luka (APA) - Milorad Dodik, Präsident des serbischen Landesteils von Bosnien-Herzegowina, will trotz eines gegenteiligen Urteils des bosnischen Verfassungsgerichtes den 9. Jänner offiziell als „Nationalfeiertag“ der Republika Srpska begehen. Das kündigte er laut Medienberichten an.

Das bosnische Verfassungsgericht hatte zuletzt das Referendum vom 25. September im serbischen Landesteil, bei dem sich fast hundert Prozent der Teilnehmer für den umstrittenen Feiertag ausgesprochen hatten, annulliert. Bereits Ende 2015 hatte das gesamtstaatliche Gericht den Feiertag der Republika Srpska für verfassungswidrig erklärt, weil es die muslimischen und kroatischen Bewohner ausschließe. Stattdessen forderte es die bosnischen Serben auf, sich dem am 25. November gefeierten Nationalfeiertag anzuschließen. Auch die EU erkannte das Referendum nicht an.

Die Bürger hätten bei dem Referendum ihren Willen bekundet, und das bosnisch-serbische Parlament habe dementsprechend das Gesetz zum Tag der Republik verabschiedet, sagte Dodik am Donnerstagabend dem TV-Sender RTRS. Die Feierlichkeiten zum 9. Jänner würden bereits vorbereitet. Einladungen würden geschrieben, erklärte der Präsident der Republika Srpska, man erwarte auch Gäste aus dem Ausland.

Am 9. Jänner hatten serbische Nationalisten im Jahr 1992 die „Republik des Serbischen Volkes“ ausgerufen. Dies verschärfte die Spannungen zwischen den Volksgruppen. Drei Monate später begann der Bosnien-Krieg, der bis 1995 dauerte.

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