„Seat verdient wieder Geld“

Im 30. Jahr der VW-Gruppenmitgliedschaft hat Seat den ARBÖ-Autopreis für den Ateca gewonnen. Und das ist bei Weitem nicht der einzige Erfolg für die Deutsch-Spanier.

Wolfgang Wurm, Seat-Österreich-Chef, verspürt einen Ansturm auf die Modellpalette der Spanier.
© Seat

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Wien –„2017 wird das Jahr des Take Five“, blickt Seat-­Österreich-Chef Wolfgang Wurm in die Zukunft. Er meint das jedoch nicht musikalisch, im Sinne von Dav­e Brubecks gleichnamigem Jazz-Standard, sondern in Bezug auf Marktanteile, Garantien und Premieren. Doch vorerst geht es um die vorläufige Bilanz des auslaufenden Jahres 2016, das vor Kurzem durch die – erstmalige – Nominierung und prompte Verleihung des 33. ARBÖ-Automobilpreises für den neuen Ateca (in der Kategorie „Start“) einen Höhepunkt erfahren hat.

Abgesehen von diesem Wahrnehmungsbeweis ist Seat in Österreich nach wie vor sehr gut unterwegs, wie es Wurm – „entspannter als im Vorjahr“ – ausführt: Zwar sei bis inklusive Ende November der angepeilte Marktanteils-Wert von fünf Prozent noch immer nicht erreicht, doch ist man dem mit 4,7 Prozent um 0,3 Prozentpunkte nähergerückt. Auch rangiert die spanische VW-Tochtermarke momentan auf Platz neun der heimischen Marken-Rangliste.

Die bis Ende November neu zugelassenen 14.350 Fahrzeuge sind das Ergebnis eines konstanten Entwicklungsverlaufs vor dem Hintergrund eines „recht guten Autojahrs“. Die markeninterne Rangliste führt der Ibiza, dessen Modellablöse demnächst bevorsteht, vor dem gerade frischgemachten Leon an. Gleich dahinter ist der Alhambra (mit heuer rund 3600 Neuzulassungen) platziert. Stark bemerkbar macht sich, wie erwartet, der Neueinstieg ins Kompakt-SUV-Segment mit dem Ateca. Für ihn liegen bereits 3000 Kaufverträge vor. Wurm dazu: „Wir hatten noch nie so eine große Resonanz!“ Dabei zeigt sich, dass die Präferenz merkbar in Richtung Benziner (mit 150 PS) geht, der Allradanteil steht derzeit – noch – bei 40 Prozent, stetig steigend ist die DSG-Nachfrage.

Wie es mit Seat insgesamt weitergehen soll, das erläutert Wayne Griffiths, bei Seat neuer Vorstand für Vertrieb und Marketing. In seinen ersten drei Monaten Amtszeit verzeichnete er nicht nur die heuer achtprozentige Steigerung des Auftragseingangs in Martorell bei Barcelona, sondern einen großen Sprung nach vorne, begleitet von Motivation und Ambition: „Seat verdient jetzt wieder Geld.“ Nicht alleine dank des blutjungen Zugpferds Ateca, auch durch die manifestierte Etablierung des Leon und ebenso aufgrund des anhaltenden Trends zu höheren Ausstattungsstufen.

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Am Ball bleiben will er durch kontinuierliche Modernisierung (deren Teil die Digitalisierung ist) und durch eine Schärfung des Profils – „wir sind eine spanische Marke aus einer coolen Stadt, nämlich Barcelona“. Das soll sich ausdrücken in frechem Design, der Betonung der Jugendlichkeit und neuen Vertriebswegen, sprich der Vereinfachung des Autokaufs. Teil dessen ist das in Österreich erdachte und entwickelte Pilotprojekt „Fast Lane“: Kunden sollen in nur zwei Wochen ab Bestellung ihr Wunschauto vom Händler abholen können. Konkret handelt es sich um den Leon Fünftürer in Benzin- sowie Dieselversionen und in den beliebtesten Ausstattungsvarianten.

Um insgesamt nachhaltig wachsen zu können, soll Seat auch aus Europa herausgehen und sich international stärker aufstellen. Zielrichtungen sind für Griffiths Südamerika und Nordafrika. Eine Vorzeigeentwicklung liefert Österreich: Nach wie vor ist die Alpenrepublik der zweitstärkste Markt für Seat, gerade einmal hinter Spanien. Österreich-Boss Wurm gibt sich kämpferisch: „Da wollen wir die Spanier einmal schlagen, denn im Fußball gelingt uns das eh nie.“ Zurück zum Jahr des „Take Five“.

Stichwort Marktanteil: Der soll 2017 endlich mindestens die Fünf-Prozent-Marke erreichen. Stichwort Garantie: Sie beträgt nun für alle Neuwagen-Modelle fünf Jahre. Stichwort Premieren, es sind allerdings – vorerst – „nur“ drei: Der frischgemachte Leo­n (wird auf der Vienna Autoshow stehen, 12.–15. Jänner), der neue Ibiza und der subkompakte SUV-Bruder des Ateca, der Arona.


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