Fußball: Sensationsleader Altach fand in Salzburg „seinen Meister“

Salzburg/Maria Enzersdorf (APA) - Meister Salzburg hat Sensationsleader Altach am Samstag beim souveränen 4:1-Heimerfolg in die Schranken ge...

Salzburg/Maria Enzersdorf (APA) - Meister Salzburg hat Sensationsleader Altach am Samstag beim souveränen 4:1-Heimerfolg in die Schranken gewiesen und das Gedränge an der Spitze vergrößert. Gemeinsam mit der Wiener Austria, die bei der Admira ein 2:0 feierte, liegen die „Bullen“ nur noch zwei Punkte hinter den Vorarlbergern. Im Sonntagsspiel hatte Sturm Graz zudem die Chance, Altach den Herbstmeistertitel noch zu entreißen.

„Heute haben sie ihren Meister gefunden. Wir haben sie über 90 Minuten dominiert und hochverdient gewonnen“, fasste Salzburgs Mittelfeldmann Konrad Laimer die Galavorstellung vor Heimpublikum zusammen. In der Tat fand Altach nach der frühen Salzburger Führung durch Stefan Lainer (2.) überhaupt keine Mittel, den Hausherren gefährlich zu werden. Die standen sich vorerst mit Abschlussschwäche selbst im Weg. „Wir hätten uns das Leben einfacher machen können“, erklärte Laimer. Nach der Pause aber schüttelte man den altbekannten Makel ab und holte dank Valon Berisha (51.), Paulo Miranda (63.) und Hee-chan Hwang (74.) noch einen klaren Sieg.

„Das frühe 1:0 hat uns natürlich Selbstvertrauen gegeben“, meinte Valentino Lazaro. „Vier Tore gegen den Tabellenersten, das ist nicht normal. Wenn das Radl am Laufen ist, sieht man, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben.“ Auch Trainer Oscar Garcia musste zur Abwechslung nicht nach Antworten für vergebene Chancen suchen. „Der Sieg ist mehr als verdient. Es ist ein sehr wichtiger Sieg“, betonte der Spanier.

Allerdings dürfte Trainer Oscar Garcia drei Spiele vor der Winterpause (2 Liga, 1 Europa League) ein weiterer Stürmer abhandengekommen sein. Munas Dabbur musste nach einer Stunde vom Platz getragen werden. Es dürfte sich um eine Muskelblessur im Oberschenkel handeln, eine MRT sollte am Sonntag für Klarheit sorgen. Heuer ist wohl nicht mehr mit dem Israeli zu rechnen. „Das ist schade“, meinte Oscar, der ganz vorne nur noch wenige Alternativen hat. Auch Frederik Gulbrandsen und Wanderson dürften bis zur Winterpause nicht mehr spielen. Goalgetter Jonatan Soriano stand zuletzt noch immer nicht im Mannschaftstraining.

Für das in allen Belangen unterlegene Altach endete eine Serie von neun Spielen ohne Niederlage seit 25. September. „Die Niederlage bringt uns aber nicht aus dem Konzept“, beteuerte Interimstrainer Werner Grabherr. Auch für ihn war es im vierten Spiel mit Altach der erste „Nuller“. „Wir wollten viel früher attackieren“, meinte Kapitän Philipp Netzer im Hinblick auf mögliche Gründe. „Wir hatten sehr große Probleme mit dem schnellen Spiel und haben viele Fehler gemacht. Wenn man Salzburg zu viel Raum gibt, wird man bestraft.“

Die Austria legte in der Südstadt einen vor allem in der zweiten Hälfte souveränen Auftritt hin, dem jedoch lange die Tore fehlten. Die zuletzt in Salzburg und Graz erfolgreiche Admira hatte mit einem Freistoß-Lattenkracher von Christoph Knasmüllner zwar Pech, sonst aber offensiv nichts zu bieten. „Es ist nicht jeden Tag Weihnachten“, erkannte ihr Trainer Oliver Lederer. Er sprach von einer „beeindruckenden“ Leistung der Gäste.

Zu drückend war die Überlegenheit der Wiener, die die Torsperre durch Larry Kayode (69.) etwas glücklich, aber hochverdient brachen. Raphael Holzhauser vollendete dem siebenten Sieg der Austria in den vergangenen neun Runden per Elfer (88.). Damit hat die Austria im zweiten Meisterschaftsviertel die meisten Zähler (21) aller Bundesligisten verbucht. „Bis auf die Partie gegen Salzburg (1:3) haben wir in den letzten Wochen sehr guten Fußball gespielt. Ich sehe einen klaren Aufwind, so kann es weitergehen“, meinte Holzhauser.

Der sechste Ligaerfolg „zu Null“ dürfte Trainer Thorsten Fink vor dem Europa-League-Auftritt in Pilsen ebenso gefreut haben. Am Montag haben seine Schützlingen frei, ehe es Mittwoch nach Tschechien geht. Dort muss die Austria am Tag darauf gewinnen, um ihre Aufstiegschance am Leben zu halten. „Im Hinblick auf Pilsen war es natürlich wichtig, zu gewinnen. Es wird aber ein anderes Spiel“, meinte Alexander Grünwald. Austrias Kapitän wird beim tschechischen Meister aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre fehlen.

Die Admira muss nach dem letzten Heimspiel des Jahres nun zweimal auswärts bestehen. Bis Mitte Dezember warten Auftritte in Mattersburg und St. Pölten. Gegenüber den Nachzüglern wollen die Südstädter in der Tabelle keinen Boden verlieren. Elf Punkte beträgt der Abstand auf den Letzten aus dem Burgenland, acht auf den niederösterreichischen Aufsteiger. Für Kapitän Daniel Toth war klar: „In den restlichen zwei Spiele wollen wir wieder unser wahres Gesicht zeigen.“


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