Welt-Lungenkrebs-Konferenz - Problem 2 - Patienten leiden

Wien (APA) - Lungenkrebs gehört zu den für Patienten belastendsten Krebserkrankungen. Die langfristigen Überlebenschancen liegen derzeit bei...

Wien (APA) - Lungenkrebs gehört zu den für Patienten belastendsten Krebserkrankungen. Die langfristigen Überlebenschancen liegen derzeit bei etwa 18 Prozent. Das bedeutet, dass viele der Betroffenen im Laufe ihrer Erkrankung mit sehr schwierigen Entscheidungen konfrontiert sind, sagte US-Expertin Laurie Gaspar am Sonntag bei der Auftakt-Pressekonferenz zur Welt-Lungenkrebs-Konferenz in Wien.

Laurie Gaspar hat Informationen von 196 Patienten (75 Prozent davon Frauen) nach der Diagnose eines Lungenkarzinoms per anonymisiertem Fragebogen erhoben. Dabei zeigte sich einerseits die schwere psychische Belastung, welche die Kranken zu tragen haben - aber auch, welche Wissensdefizite es gibt.

Die Expertin sagte: „60 Prozent der Befragten berichteten von schwierigen Entscheidungen, die sie im Laufe ihrer Erkrankung zu treffen gehabt hätten. Es ging dabei um die Auswahl von Chemo- oder zielgerichteter Therapie. In 34 Prozent der Fälle stellten sich Fragen zu diagnostischen Eingriffen, bei 40 Prozent zum chirurgischen Vorgehen.“

Ein Problem liegt scheinbar darin, dass die Patienten zu wenig Informationen erhalten oder die Ärzte zu wenig Zeit für ihr Gespräch mit den Kranken haben. Laurie Gaspar sagte: „43 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten zu wenig Informationen für ihre Entscheidungen besessen. 30 Prozent fühlten sich zu Entscheidungen binnen kurzer Zeit gedrängt. Ein Drittel von ihnen war mit einandere widersprechenden Meinungen von Ärzten konfrontiert.“

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Nur ein Viertel der Patienten erklärte, sie hätten ihre Entscheidungen allein getroffen. Neun Prozent sagten, ihre Ärzte hätten entschieden. 31 Prozent entschieden gemeinsam mit ihren Ärzten. Die US-Expertin betonte gleichzeitig, dass sich das Behandlungsteam zunächst einmal auf die für jeden einzelnen Patienten über die vernünftigerweise vorhandenen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten im Klaren sein sollte, bevor man mit den Betroffenen rede. Das Problem einander widersprechender Ärzte und der Informationsdefizite sei aber wohl nicht nur ein Problem bei Lungenkrebs, sondern charakterisiere die Situation bei vielen bösartigen und chronischen Krankheiten.


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