Traktor fahren auf Gleis der Achenseebahn

Bis zum Saisonstart im Mai soll der Achenseebahn ein speziell entwickeltes Fahrzeug für Arbeiten an und neben der Bahntrasse zur Verfügung stehen.

© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Nicht ein Dampfzug, sondern ein Traktor fuhr jüngst auf der Bahntrasse der Achenseebahn von Jenbach nach Seespitz. „Das war der Probegalopp für den Einsatz eines multifunktionalen Gerätes für Arbeiten an der Strecke“, klärt Vorstand Georg Fuchshuber auf. Weil man sich ein Zweiwegefahrzeug, das rund 1,3 Millionen Euro kosten würde, nicht leisten kann, tüftelte man an einer Ersatzlösung. Und die haben die Bahnspezialisten in einem Traktor, der mit Böschungsmäher, Spritzbalken, Seilwinde, Schneefräse und Pflug sowie einem Bagger mit Böschungsschaufel ausgestattet wird, gefunden. „Wichtig ist da die Spurführung mit Zahnrad und die Verwendung als Fahrzeug, das in beide Richtungen fahren kann“, erzählt Fuchshuber. Für die notwendige Ausstattung sorgt Gerhard Eberharter aus Aschau im Zillertal. Für ihn sei das eine echte Herausforderung, betonte er bei der Trassenbefahrung. Bis zum Bahnstart am 1. Mai soll das Fahrzeug schon einsatzbereit sein.

„Weil wir nicht mehr auf ein mittelfristiges Investitionsprogramm zählen können, muss mit jedem Euro äußerst sorgsam umgegangen werden“, betont der Bahnvorstand. Seit der Gründung der Bahn im Jahr 1889 habe man die meisten Arbeiten an der Strecke händisch erledigen müssen. Da hieß es mit Krampen, Schaufeln und Schubkarren ausrücken. Aus der Österreich-Perspektive bei ähnlichen Bahnen beschreite man mit dem Universaltraktor Neuland.

„Eine strukturelle Bahn­erhaltung war bisher ein schwieriges Unterfangen“, betont Fuchshuber, der an die Zukunft der Dampfnostalgie mit modernem Aufputz – sprich dieselelektrischem Fuhrpark – glaubt. Nach schwierigen Zeiten habe man im Jahr 2014 rund 10.000 Euro erwirtschaftet, im Vorjahr war es ein Gewinn von 48.000 Euro. Heuer wurden rund 105.000 Fahrgäste registriert. „Auf Dauer können wir aber nicht ohne eine Finanzhilfe auskommen“, gibt Fuchshuber sich realistisch.

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