UniCredit verkauft Pioneer an Amundi und stellt Entwicklungsplan vor

Rom/Mailand (APA) - Die Bank-Austria-Mutter UniCredit verkauft ihre Vermögensverwaltung Pioneer Investment an die französische Investmentges...

Rom/Mailand (APA) - Die Bank-Austria-Mutter UniCredit verkauft ihre Vermögensverwaltung Pioneer Investment an die französische Investmentgesellschaft Amundi und bereitet sich auf die am Dienstag geplante offizielle Vorstellung des Entwicklungsplans mit einer milliardenschweren Kapitalaufstockung vor.

Der Plan gilt als notwendig, um die Kapitaldecke der Mailänder Großbank zu stärken. Der Konzern bereitet Medienberichten zufolge eine Kapitalerhöhung von bis zu 13 Mrd. Euro vor.

3,8 Mrd. Euro kassiert UniCredit dank des Pioneer-Verkaufs. Das Geschäft, das in der ersten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen werden soll, sieht die Zahlung einer Sonderdividende an die UniCredit in Höhe von 315 Mio. Euro vor. Im Rahmen der Operation planen UniCredit und Amundi eine strategische Partnerschaft im Vermögensverwaltungsbereich, die Italien, Österreich und Deutschland umfassen wird. Die Kooperation soll eine zehnjährige Dauer haben.

„Italien wird zum zweiten Heimmarkt für Amundi aufrücken. Amundi wird stark in Mailand investieren und dort neue Jobs schaffen“, so UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier. „Wir sind mit dem Deal sehr zufrieden. Der Verkauf von Pioneer an Amundi ist ein weiteres, konkretes Beispiel der neuen Strategie von UniCredit, die wir im vergangenen Juli angekündigt haben“, sagte Mustier, der im Juli die Führung der Bank übernommen hat.

Pioneer ist mit einem verwalteten Vermögen von 225 Mrd. Euro die Nummer sechs in Europa und die Nummer drei in Italien. Auch in Österreich ist Pioneer die Nummer drei am Fondsmarkt. Der Marktanteil beträgt rund 10 Prozent, das Fondsvermögen rund 17 Mrd. Euro.

Amundi plant angeblich eine Kapitalaufstockung in Höhe von bis zu zwei Mrd. Euro, um die Pioneer-Akquisition zu finanzieren. Damit würde sich der 75-Prozent-Anteil von Credit Agricole an Amundi verringern.

Amundi setzte sich mit seinem Angebot gegen ein von der Poste Italiane angeführtes Konsortium und gegen Ameriprise Financial durch. Den Plan, Pioneer mit der Vermögensverwaltungssparte des spanischen Rivalen Santander zu fusionieren, war wegen Bedenken der Aufseher fallengelassen worden.

Italiens führende Bank versuchte zuletzt verstärkt, die dünne Kapitaldecke mit dem Verkauf von Beteiligungen zu stärken. Vergangene Woche hatte UniCredit sich von der polnischen Bank Pekao getrennt. Der Deal, der UniCredit 2,4 Mrd. Euro bescheren wird, soll bis Mitte 2017 unter Dach und Fach gebracht werden. Außerdem hatte die Bank bereits Anteile an der Online-Bank Fineco veräußert.

Die Mailänder Börse reagierte positiv auf das Abkommen zum Pioneer-Verkauf. Das UniCredit-Papier legte am Montagvormittag um vier Prozent auf 2,6 Euro zu.

~ ISIN IT0004781412 WEB https://www.unicreditgroup.eu ~ APA169 2016-12-12/11:30