Volleyball

VC Tirol sorgt sich vor dem Abenteuer um Aufspielerin

Die VC-Tirol-Volleyballerinnen streckten im Vorjahresfinale gegen Post bereits die Hände in Richtung Europacup: Michaela Hollaus (l.) und Ingrid Hanson-Tuntland (M.) wollen sich auch heute wieder großmachen.
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Die Volleyballerinnen des VC Tirol starten heute (USI, 20 Uhr) in ihr Europacup-Abenteuer – gegen Luka Bar.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Der spezielle Hallenboden, eine neue Interview-Wand, der Transport der Schiedsrichter – VC-Tirol-Obfrau Therese Achammer ist derzeit Mädchen für alles. Am Tag vor dem Europacup-Auftritt gegen Luka Bar aus Montenegro (heute, USI-Halle, 20 Uhr) gerät die gesamte Organisation zur Nebensache: „Meine größte Sorge ist, ob unsere Aufspielerin antreten kann“, sagt die 74-jährige Innsbruckerin. Oder ob Lauren Moncks überhaupt auftreten kann.

Die kanadische Legionärin hatte sich im letzten Bundesligaspiel gegen Salzburg am Knöchel verletzt. Ein Band sei eingerissen, eines komplett ab, beschreibt Achammer die erste Diagnose. Ein Schock für die Mannschaft, drei Tage vor dem Hinspiel im CEV-Cup, der zweithöchsten europäischen Spielklasse. Kapitänin Michaela Hollaus scheint sich allerdings längst wieder gefangen zu haben: „Es sieht jetzt gar nicht so schlecht aus. Vielleicht kann Lauren mit einem Tape-Verband doch spielen“, hofft die 27-Jährige und lobt im selben Atemzug Moncks’ Ersatz Lea Penz, die erstmals einen Großeinsatz in der Bundesliga gehabt und trotz Niederlage ihre Sache gut gemacht hätte. Für heute wünscht sich Hollaus dennoch die um 19 Zentimeter größere Kanadierin ins Zentrum: „Aber Lauren muss entscheiden, ob es von den Schmerzen her geht.“

Ansonsten ist die Vorfreude auf den Europacup groß, auf den insgesamt dritten internationalen Auftritt in der nun 19-jährigen VCT-Vereinsgeschichte. Und das trotz der rund 20.000 Euro Zusatzkosten. „Es ist so etwas wie eine Belohnung für unseren doch überraschenden Vizemeistertitel im Frühling“, betont die Innsbruckerin Hollaus.

Was die Gelb-Blauen heute erwartet, ist aber noch offen. Der Fokus lag bis zum Wochenende auf der Bundesliga, erst gestern Abend und beim heutigen Einschlagen am Fürstenweg rückt Montenegro in den Blickpunkt. Über Luka Bar, den Hafen der rund 40.000 Einwohner zählenden Küstenstadt Bar im Süden Montenegros, weiß man noch wenig. Eine schöne Destination und eine zumindest national erfolgreiche Volleyballmannschaft, weiß Hollaus, für die der Europacup als ehemalige Mils-Spielerin ebenfalls Neuland ist. Zuletzt hatten sich die Montenegriner erstmals für die Champions League qualifiziert, sind dort aber mit einem 1:3 und einem 2:3 gegen Kohila VC (EST) gleich ausgeschieden. Wie übrigens auch bei ihren sechs EC-Auftritten zuvor.

„Ich schätze sie stark ein“, glaubt Sport- und Englischlehrerin Hollaus und hofft auf einen offenen Schlagabtausch: „Für unsere Legionärinnen war jedes Bundesligaspiel eine Unbekannte, wir sind also auf so eine Situation vorbereitet.“ Eine ist jedenfalls mit dem Klub aus Montenegro bereits per Du. Obfrau Achammer unterhält sich in ihrer Muttersprache Kroatisch mit den Gästen. Müssen also nur noch die VCT-Damen die richtige Sprache auf dem Feld finden.