Konzert

Zwischen Strand und am Sand: Granada in Innsbruck

Thomas Petritsch (M.) und seine Band "Granada", die am Freitag in Innsbruck spielt.
© Katharina Jessner

Thomas Petritsch, Kopf der Gitarrenpop-Band „Granada“, im Gespräch über Schubladendenken, Autos und Urlaub zuhause.

Innsbruck –Bei Granada stehen die Palmen am Balkon, wozu Urlaub, wenn die Band auch im Wohnzimmer bei fremden Leuten spielen kann? Bevor das Quintett am Freitagabend mit ihrem mitreißenden Gitarrenpop im Weekender Club Innsbruck auffahren wird, geben sie noch eine FM4 Private Session vor rund 40 Privatgästen, Interessierte konnten sich im Vorfeld beim Radiosender um das Granada-Hauskonzert bewerben. Die Truppe ist dieser Tage recht umtriebig, nach der Österreich-Tour, die am Montag gestartet ist, geht es nächste Woche in Deutschland als Support für die Sportfreunde Stiller weiter.

Kein Zweifel, Granada meinen es ernst mit ihrer Musik, auch die Leichtigkeit der ohrwurmtauglichen Songs wirkt da manchmal etwas forciert. Die Ansage vom Promotext „Wenn Bilderbuch David Bowie ist und Wanda die Rolling Stones, dann sind Granada wohl die Beatles“ soll aber freilich mit einem gewissen Augenzwinkern gelesen werden, bekräftigt Thomas Petritsch, der Kopf der Band, im TT-Gespräch. „Es wird ja immer gerne in Schubladen gesteckt, das macht es den Leuten einfacher, aber unser Sound ist ganz eigenständig.“ Der Vergleich mit den Beatles sei aber nicht ganz unpassend, „weil alle in der Band so gut harmonieren“.

Dabei ist Granada aus einer Auftragsarbeit heraus entstanden. Petritsch ist vor allem in FM4-Kreisen für den beschwingten, englischsprachigen Indie-Pop seines Ein-Mann-Projektes Effi bekannt, zwei seiner Songs „Happy“ und „Bye Boy“ sind auch auf dem Soundtrack zum Kinoerfolg „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ zu finden. Für die ebenfalls heimische Komödie „Planet Ottakring“ sollte er vergangenes Jahr den Titelsong schreiben, „dann kam noch ein Song dazu und dann haben sich auch die einzelnen Bandmitglieder eingefunden. Der Songüberschuss hat schließlich zur Gründung von Granada geführt“, so der Liedermacher, der gemeinsam mit Lukacz Custos (Gitarre, Gesang), Roland Hanslmeier (Schlagzeug), Jürgen Schmid (Bass, Gesang) und Alexander Christof (Akkordeon, Gesang) das Debüt aufgenommen hat. Sportfreunde-Stiller-Produzent Oliver Zülch hat Granada dabei den letzten Schliff verliehen.

Auf Deutsch beziehungsweise in „urbanem Österreichisch“ zu schreiben, habe ihm anfangs Probleme bereitet, dann sei es aber recht flott gegangen. „Ich lass mich von der Sprachmelodie treiben, am Anfang stehen ein paar Akkorde und eine Phrase. Im Zuge des Songwritings kommt man drauf, was man ausdrücken will.“ Neben dem aus dem Kinofilm bekannten Songs „Ottakring“ und „Eh Ok“ zele­brieren Granada in Stücken wie „Pina Colada“ Urlaubsfeeling – ohne wegfahren zu wollen. „I brauch kan Strand, denn i bin eh am Sand“, heißt es im Stück „Palmen am Balkon“. Petritsch kokettiert dabei vor allem mit dem Charme der „steirischen Toskana“: „Ich bin gebürtiger Südsteirer, da ist alles eher gemütlich, langsam, entschleunigt, hat einen gewissen Witz.“ Auch der Balkan taucht bei Granada als Motiv auf, es gehe um die „schöne Mischung“.

Die Redewendung „Jetzt spielt’s Granada“ habe bei der Namensgebung der Band indes keine Rolle gespielt. „Da sind wir erst später draufgekommen.“ Vielmehr stand eines von Bruce Springsteens Autos, ein Ford Granada, Pate. „Dass es auch noch den Ort Granada in Spanien gibt, passt wie die Faust aufs Aug’, das ist fern und doch vertraut. Es ist nicht weit weg, aber man muss schon hinkommen wollen.“ Vom Zwiespalt zwischen Aufbruch und Stillstand handle auch das Debüt. Live zu hören diesen Freitag in Innsbruck.