Viel Lebenserfahrung in sehr jungen Jahren gewonnen
Sarah Illersperger arbeitete in Armenien in einem Sozialprojekt.
Innsbruck –Die heutige Jugend engagiert sich nicht? Vollkommen falsch. Sarah Illersperger hat Erfahrungen in einem fremden Land macht, die manche ihr Leben lang nicht machen werden. Da war die junge Tirolerin gerade 19 Jahre alt. Gleich nach der Matura ging sie ins Ausland. Doch es zog sie nicht in die Komfortzone eines westlichen Staates, es zog sie nach Armenien. Monate und Jahre danach sind nicht nur die Erinnerungen an ihren Einsatz als Englischlehrerin in einem Jugendzentrum geblieben – sondern auch viele Freundschaften.
Little Prince hieß das Jugendzentrum in Gjumri, in das Sarah für ein halbes Jahr damals ging. Die Armut in der zweitgrößten Stadt des Landes ist groß und wenn sich Sarah an die Zeit vor drei Jahren erinnert, dann sind das noch immer die prägendsten Eindrücke. „Teilweise wohnen die Menschen in Containern, die nach dem Erdbeben 1988 aufgestellt wurden. Oder es geht die Heizung im Winter nicht“, erinnert sie sich.
Hohe Arbeitslosigkeit, oft nur Brot und Kartoffeln zum Essen, das sei für viele ihre Freunde, die sie dort gefunden hat, Alltag. „Ich hab dort fast eine zweite Familie bekommen“, erzählt sie. Das Projekt selbst wurde von der Caritas Tirol unterstützt und als man ihr dieses freiwillige soziale Jahr dort präsentierte, habe sie sich spontan für Armenien entschieden. „Ich habe dort Armenisch gelernt und musste viel Eigeninitiative zeigen“, erzählt sie rückblickend.
Gleich mehrfach ist Sarah seither nach Armenien zurückgekehrt. Um sich dieses schöne Land anzuschauen, oder bei anderen Projekten mitzuarbeiten. Und auch in Zukunft kann sie sich vorstellen, soziale Arbeit im Ausland für eine gewisse Zeit zu machen.
Sarah Illersperger studiert derzeit in Berlin Medizin. So etwas wie ein Engagement bei Ärzte ohne Grenzen sei für sie durchaus denkbar. „Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in Armenien haben mich von Anfang an sehr beeindruckt. Ich habe mich gleich wohl gefühlt.“ Ob sie auch anderen jungen Menschen eine derartige Erfahrung raten würde? „Ja.“
Aber es sei sehr wichtig, sich das Projekt genau anzusehen und auch entsprechend vorbereitet darauf zu sein. (mw)
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