Transnistrien bekommt einen neuen Präsidenten

Tiraspol (APA/dpa/AFP) - Das russlandtreue Separatistengebiet Transnistrien in der Ex-Sowjetrepublik Moldau bekommt ein neues Oberhaupt. Der...

Tiraspol (APA/dpa/AFP) - Das russlandtreue Separatistengebiet Transnistrien in der Ex-Sowjetrepublik Moldau bekommt ein neues Oberhaupt. Der Parlamentsvorsitzende Wadim Krasnoselski sei mit 62,3 Prozent zum Präsidenten gewählt worden, teilte die Wahlbehörde des international nicht anerkannten Staatsgebildes am Montag in Tiraspol mit.

Amtsinhaber Jewgeni Schewtschuk landete abgeschlagen bei 26,2 Prozent der Stimmen, wie die Agentur Tass meldete. Andere Kandidaten erhielten bei der Wahl am Sonntag noch weniger Stimmen.

Der frühere Innenminister Krasnoselski erklärte sich noch am Wahltag bereit zu Verhandlungen mit Moldau über den seit 1992 schwelenden Konflikt. Gestützt auf die Schutzmacht Russland kontrollieren die Separatisten einen Streifen mit knapp 500.000 Einwohnern zwischen dem Fluss Dnjestr und der Grenze zur Ukraine.

Transnistrien hatte sich 1990 im Zuge der Auflösung der Sowjetunion von Moldau abgespalten. Seit mehr als 20 Jahren sind dort russische Truppen stationiert. Moskau unterstützt den schmalen Landstreifen mit seiner mehrheitlich russischsprachigen Bevölkerung auch wirtschaftlich und politisch. Allerdings hat bisher kein anderes Land Transnistrien als eigenständigen Staat anerkannt, auch nicht Russland.

Krasnoselski galt als Favorit des ersten Separatistenführers Igor Smirnow und der Firma Sherif, des größten Unternehmens im Gebiet. Die große Aufmerksamkeit russischer Medien für Krasnoselski legte nahe, dass auch Moskau auf ihn setzte.

Während die arme Republik Moldau sich Richtung EU orientiert, hofft Transnistrien auf einen Beitritt zu Russland. Allerdings tritt auch in Moldau der designierte Präsident Igor Dodon für eine Annäherung an Russland ein. Seit Juli 2014 ist Moldau mit der EU durch ein Assoziierungsabkommen verbunden.