Ehemaliger E-Control-Chef rechnet mit höheren Strompreisen ab 2018
Wien (APA) - 2017 sollten die Strompreise noch auf dem aktuellen Niveau verharren, doch danach droht laut ehemaligem Chef der Energieregulie...
Wien (APA) - 2017 sollten die Strompreise noch auf dem aktuellen Niveau verharren, doch danach droht laut ehemaligem Chef der Energieregulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz, eine Teuerung. „Vorerst bleiben die Preise ein bisschen günstiger, aber ich sehe eine gewisse Erhöhung beim Strom, nicht 2017, aber 2018“, sagte er heute, Montag. Auslöser sei die Preiszonentrennung zwischen Österreich und Deutschland.
„Natürlich könnten die Lieferanten die Preise auffangen - aber es wäre verwunderlich, wenn die Anbieter die Erhöhung der Beschaffungskosten nicht weitergäben“, erklärte Boltz. Daher sei es bei einem Anbieterwechsel derzeit besser, einen Fixpreis für zwei bis drei Jahre auszumachen als seinen Strom 2017 recht billig und danach recht teuer zu beziehen.
„Wir haben in Europa eine Phase mit sehr massiven Änderungen am Strommarkt“, so der Energieexperte weiter. Am Großhandelsmarkt fielen die Preise für Strom und Gas teilweise drastisch. Für die Kunden werde es schwieriger zu manövrieren und den für sie jeweils günstigsten Anbieter zu finden.
„In den nächsten Jahren rechne ich mit mehr zeitabhängigen Tarifen, wo der Kunde überfordert ist“, so Boltz. Schon jetzt werde ein Energieanbieterwechsel von den Österreichern als kompliziert und verwirrend wahrgenommen. „In zwei bis drei Jahren wird der normalsterbliche Haushaltskunde nicht mehr in der Lage sein, die richtige Entscheidung zu treffen - er wäre heillos überfordert“, meinte Boltz und bewarb das von im gegründete Start-up OHHO GmbH, das ab heute, Montag, - vorerst gratis - beim Anbieterwechseln helfe. „Es gibt sehr wenig neutrale Informationen“, kritisierte Boltz. Mit seiner neuen Firma will er diese „Marktlücke füllen“. „Wir wollen Orientierung in der steigenden Komplexität bieten.“
Bei OHHO könne man auch Preisvergleiche über mehrere Jahre anfertigen lassen. „Wir haben keine Spezialtarife, sondern jene aus dem E-Control-Tarifkalkulator“, erklärte der OHHO-Chef. „Der Kunde muss sich nie mehr Sorgen über die längerfristige Preisentwicklung machen.“ Diese Dienstleistung kostet momentan nichts. Die Standardempfehlung, also die Tarifauswahl, sei „auf Sicht von fünf Jahren kostenlos“. Doch für komplexere Energieberatungen bzw. Zusatzservices könnte in ein paar Jahren eine Gebühr eingehoben werden, so Boltz. Künftig werde es „eine größere Anzahl von Spezialfragen“ geben. Der Kunde könne jederzeit aus dem Vertrag mit OHHO aussteigen.
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