Rohstoffe (17.00) - US-Ölpreis mit fester Tendenz

Wien (APA) - Nachdem sich das Ölkartell OPEC und die nicht zu dem Förderkartell gehörenden Öl-Länder am Wochenende auf eine gemeinsame Produ...

Wien (APA) - Nachdem sich das Ölkartell OPEC und die nicht zu dem Förderkartell gehörenden Öl-Länder am Wochenende auf eine gemeinsame Produktionskürzung geeinigt hatten, ist es für die Ölpreise am Montag klar bergauf gegangen. Gegen 17.00 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 53,26 Dollar und damit um 3,42 Prozent mehr als am Freitag.

Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 56,16 Dollar gehandelt, das ist ein Plus von 3,37 Prozent. In der Früh war der Kurs sogar um bis zu sieben Prozent auf ein 17-Monats-Hoch von 57,9 Dollar geklettert.

Erstmals seit 2001 haben sich das Ölkartell und andere wichtige Förderländer auf freiwillige Produktionskürzungen geeinigt. Die Nicht-OPEC-Staaten sollen ihre Fördermenge täglich um rund 560.000 Barrel drosseln, berichteten Teilnehmer des Treffens. Ab dem 1. Jänner werde es Kürzungen geben, sagte der iranische Öl-Minister. Die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) selbst einigten sich bereits Ende November erstmals seit 2008 auf eine Förderbremse.

Die Analysten der Commerzbank sehen den Deal weiter skeptisch und glauben nicht, dass die nun geschürten Markterwartungen im Bezug auf eine Reduktion der Förderung erfüllt werden können. Sie verweisen unter anderem auf Russland: „Wem sollte man in Russland Glauben schenken, dem Energieminister, der eine Produktionsdrosselung um bis zu 300 Tsd. Barrel täglich ab Januar in Aussicht stellt oder den Ölunternehmen, die kürzlich Produktionsausweitungspläne vorgelegt haben? Selbst wenn Russland es ernst meinen würde, besteht keine Regelung, wie die Ölunternehmen für den Einnahmenverzicht kompensiert werden sollen.“

Für die Commerzbank-Experten steht hinter den Ankündigungen vor allem der Wunsch der Ölproduzenten, den Ölpreis nachhaltig anzuheben. Wenn sich die derzeitige Marktstimmung aber dreht, könnte sich die Freude der Ölländer über den höheren Ölpreis rasch wieder eintrüben, schreiben die Analysten.

Das Gold-Nachmittagsfixing in London notierte bei 1.156,10 Dollar und damit leichter gegenüber dem Freitagnachmittags-Fixing von 1.163,60 Dollar. Mit gut 1.150 Dollar markierte das Edelmetall ein neues 10-Monats-Tief. Druck kommt nach Einschätzung der Commerzbank unter anderem von einem befestigten US-Dollar und den stark steigenden US-Aktienmärkten.

~ Rohöl (USD/Barrel): Aktuell Zuletzt Änderung (%) Brent 56,16 54,33 +3,37 WTI 53,26 51,50 +3,42 Edelmetalle (USD): Gold a.m. Fixing 1.154,40 1.168,90 -1,24 Gold p.m. Fixing 1.156,10 1.163,60 -0,64 Silber Fixing 16,86 16,95 -0,53 Platin 931,13 917,69 +1,46 Agrarprodukte (USD): Kaffee Arabica 140,10 139,35 +0,54 Kakao 2.229,00 2.170,00 +2,72 Zucker 19,01 18,78 +1,22 Mais 164,50 164,50 +0,00 Sojabohnen 1.038,62 1.048,50 -0,94 Weizen 167,50 168,25 -0,45 ~